VBIO

Coronakrise - Ein Wettlauf gegen die Zeit

Ultrastruktur des 2019 Novel Coronavirus (2019-nCoV). Rekonstruktion des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) - public domain

Virologe Gerd Sutter entwickelt einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus – mit einem vielversprechenden Ansatz, der gegen das MERS-Coronavirus schon am Menschen getestet wird.

Seit die ersten Genomdaten des Erregers verfügbar waren, arbeitet LMU-Virologe Gerd Sutter zusammen mit Experten aus Hamburg und Marburg an einem Impfstoff gegen das neue Coronavirus. „Mit den gentechnischen Arbeiten sind wir praktisch fertig“, sagt der Münchner Coronaviren-Experte im LMU-Interview. Jetzt stehen die ersten – präklinischen – Tests an. Doch wann wird es einen Impfstoff geben können? Diese Frage wird immer drängender angesichts der weltweit dramatisch steigenden Zahl von Covid-19-Fällen.

„12 oder gar 18 Monate wird es dauern, bis ein Impfstoff in größerer Breite eingesetzt werden kann, darunter wird es nicht gehen“, stellt Sutter klar. „Ich weiß, das ist angesichts der Notsituation schwer zu kommunizieren. Aber auch jetzt sollten wir alle Risiken ausschließen.“ Sorgfältige präklinische und klinische Untersuchungen seien wichtig, um sicherzustellen, „dass wir nicht nur ein verträgliches, sondern auch ein verlässlich wirkendes Arzneimittel haben“.

Schon länger arbeiten die Corona-Experten gemeinsam an einem Impfstoff zur Vorbeugung vor der gefährlichen Lungenkrankheit MERS. Erste Tests am Menschen laufen. Beteiligt sind neben den Münchner Forschern die Teams um Professor Marylyn Addo, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, und Professor Stephan Becker, Universität Marburg, sowie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF).

Die Arbeiten könnten dazu beitragen, dass sich die Zeit verkürzt, bis ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus bereitsteht. Denn bei dem MERS-Erreger handelt es sich nicht nur ebenfalls um ein Coronavirus. Auch die Impfstrategie, auf die Sutter und seine Kolleginnen und Kollegen bauen, ist in beiden Fällen dieselbe: In ein gut etabliertes Impfvirus bauen sie gentechnisch die Erbinformation für das sogenannte Spike-Protein der Virushülle ein. Solch charakteristische Stacheln tragen alle Coronaviren an ihrer Oberfläche, gegen sie richtet sich die Immunantwort, die ein Impfstoff auslösen soll. Alle bislang gesammelten Daten „sprechen dafür, dass wir einen vergleichbaren Impfstoff auch gegen das neue Coronavirus CoV-2 entwickeln können“, sagt Sutter.

Hier können Sie das vollständige Interview lesen.

LMU