VBIO

Biodiversität auf Hoher See

Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt, 50 Prozent entfallen auf die internationale Hochsee. Dies Flächen gehören also nicht zu den Hoheitsgewässern eines der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN).

Will man die marine biologischen Vielfalt der hohen See schützen, die ohnehin stark von der Verschmutzung der Ozeane und dem Klimawandel betroffen ist, braucht es internationale Regeln.

Internationale Verhandlungen (BBNJ)

Lange Jahre verhandeln die UN-Mitgliedsstaaten daher im Rahmen des UN-Seerechtsübereinkommens (UNCLOS) über völkerrechtlich verbindliche Regularien zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der marinen Biodiversität in Gebieten außerhalb nationaler Hoheitsgewalt. Diese Verhandlungen zu „BBNJ“ (Biodiversity Beyond National Jurisdiction) haben sich durch die COVID-19-Pandemie verzögert.

Die internationale Vereinbarung soll folgende Bereiche regeln:

  • Meeresschutzgebiete sollen eingerichtet und effektiv geschützt werden.
  • Für menschlichen Aktivitäten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Hohe See haben soll es verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfungen geben.
  • Ärmere Länder es globalen Südens sollen beim Schutz und bei der nachhaltigen Nutzung der Biodiversität unterstützt werden. Vorgesehen sind der Aufbau von entsprechenden Kapazitäten und die Bwerietstellung geeigneter Technologien.
  • Der Umgang mit genetischen Ressourcen der Hohen See soll erstmals geregelt werden

Alle Punkte werden in das Entscheidungspaket einfließen. Die Entscheidung über das Abkommen wird nach den UN-Regeln bei den Verhandlungen im Konsens getroffen, d.h. alle der etwa 160 beteiligten Staaten müssen zustimmen.


Der Standpunkt des VBIO

Der VBIO begrüßt die Anstrenungen der internationalen Gemeinschaft, gemeinsame Regeln für Schutz und Nutzung der Biodiversität auf Hoher See aufzustellen.

Die geplanten Regelungen zum Umgang mit genetischen Ressourcen - insbesondere zum gerechten Vorteilsausgleich in einem multilateralen System - könnten in der Praxis aber zu großen Schwierigkeiten für die Forschung führen. 

Ferner bedarf es einer engeren Verzahnung der BBNJ-Verhandlungen mit dem breiteren UN-Prozess im Rahmen der Biodiversitätskonvention, insbesondere dem neuen globalen Rahmenabkommens zur Biodiversität, das auf der UN-Biodiversitätskonferenz (COP 15) im Dezember beschlossen werden soll.


Weitere Informationen:

Stellungnahme der DFG zu den BBNJ-Verhandlungen (aktualisierte Fassung von 2022)

Offizielle UN-Homepage zum BBNJ-Verhandlungsprozess