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Fragen und Antworten zu Ausbildungsgängen in den Biowissenschaften

Immer wieder erreichen uns Fragen zu nichtakademischen Ausbildungsgängen. Hier finden SIe eine kleine Auswahl - und unsere Antworten dazu:

FAQs zu Ausbildungsgängen

Was ist der Unterschied zwischen einer betrieblichen und einer schulischen Ausbildung?

Bei einer betrieblichen Ausbildung zum Laboranten (auch: Ausbildung im dualen System) erwerben Auszubildende die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten praktisch in ihrem Ausbildungsbetrieb – parallel dazu haben sie fachtheoretischen und allgemeinbildenden Unterricht in der Berufsschule. Der schulische Anteil beträgt ca. 20% und wird entweder berufsbegleitend an einem Tag in der Woche oder im Block (meist 4 Monate) angeboten. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Es gibt eine Ausbildungsvergütung und bei guten Leistungen meist ein Übernahmeangebot des Ausbldungsbetriebes.

Bei einer schulischen Ausbildung zum Technischen Assistenten erfolgt die Ausbildung an einer staatlichen oder privaten Fachschule. Die Ausbildung ist mit 2 Jahren deutlich kürzer als eine betriebliche Ausbildung, da an den Fachschulen sehr konzentriert ausgebildet werden kann. im zweiten Ausbildungsjahr ist in der Regel ein mehrmonatiges betriebliches Praktikum eingeplant, um dem Berufsalltag und künftige Arbeitgeber kennen zu lernen. Es gibt keine Ausbildungsvergütung. Insbesondere bei privaten Schulen ist sogar ein Schulgeld fällig.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Bei einer dualen Ausbildung reicht formal der Hauptschulabschluss, ein  mittlerer Schulabschluss wird von den Ausbildungsbetrieben gern gesehen, da die Anforderungen an die Auszubildenden im Bereich der Biowissenschaften doch recht hoch sind. Mit Abitur kann man die Ausbildungszeit bei guten Leistungen um 6 Monate verkürzen.

Bei einer schulischen Ausbildung zu Technischen Assistenzberufen wird mindestens ein mittlerer Schulabschluss erwartet.

Wie sind die Berufschancen für technisches Personal?

Die Ausbildung zum Laboranten ist für den Ausbildungsbetrieb recht kostspielig. Daher wird erfolgreich ausgebildeten Laboranten meist bereits zu Beginn der Ausbildung eine Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten. Die betriebliche Ausbildung ist in der Regel auf die spezifischen Bedürfnisse des Ausbildungsbetriebes abgestimmt. Daher sind die Anstellungschancen unmittelbar nach der Ausbildung beim Ausbildungsbetrieb am größten. Nach einigen Berufjahren ist man dann auch für andere Betriebe attraktiv.

Die schulische TA-Ausbildung ist breiter angelegt als bei den Laboranten und die Ausbildung zu weitgehender selbstständiger Arbeit ist für potentielle Arbeitgeber attraktiv.. Durch das betriebliche Praktikum im zweiten Ausbildungsjahr bekommen TA gute Startmöglichkeiten in den Beruf, auch ohne Übernahmegarantie.

Wie sind die Zukunftschancen im Labor?

Die technische Entwicklung gerade im Laborbereich beschleunigt sich seit einigen Jahren. Die eher handwerkliche Arbeit an der Laborbank wird immer mehr durch Computergestütze Roboter erledigt. Das technische Personal muss sich daher immer mehr damit anfreunden, auf Dauer einen Großteil der Arbeitszeit am Rechner zu verbringen.

Die fachlichen Ansprüche werden weiter steigen, bieten aber auch berufliche Aufstiegschancen.

Wie sinnvoll ist ein Studium nach der Ausbildung?

Gerade bei den TA gibt es viele Abiturienten, die nach der Schule bewusst erst mal eine praktische Ausbildung machen wollen und dabei ein anschließendes Studium eingeplant haben. Die berufspraktischen Erfahrungen helfen durchaus beim Studium. Meist wird bereits nach wenigen Jahren der TA-Beruf an den Nagel gehängt und mit einem Vollstudium begonnen. Es gibt aber auch die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Fernstudiums, da in der Regel vom Arbeitgeber aktiv gefördert wird.

Auszubildende haben in der Regel keine Hochschulreife, können aber auch sich nach und nach auf dem dritten Bildungsweg weiterqualifizieren bis hin zu einer fachlichen Hochschulreife.

 

Was kann ich verdienen?

Die Gehälter für technisches Personal sind gerade in den ersten Berufsjahren deutlich niedriger als mit einer akademischen Ausbildung. Allerdings verdient man als Auszubildender bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr und als TA-Schüler bereits nach 2 Ausbildungsjahren, während eine akademische Ausbildung mindestens 5 Jahre nur kostet und noch als Doktorand man weniger verdient als der Laborant oder TA nebenan an der Bench.

Erst nach 10 Jahren dreht sich das Gehaltsgefüge und Akademiker verdienen dann in Führungspostionen deutlich mehr. Daher gibt es viele aus den technischen Berufen, die sich frühzeitig entscheiden: Entweder für einen recht sicheren, strukturierten Arbeitsplatz mit überschaubaren Karrierechancen, oder für den Sprung ins kalte Wasser einer Weiterbildung zum Techniker bis hin zu einem Studium.