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Dichtes Holz – Wie unterschiedlich Bäume wachsen

Wissenschaftler bei der Entnahme einer Probe zur Bestimmung der Holzdichte eines Baumes.
Wissenschaftler bei der Entnahme einer Probe zur Bestimmung der Holzdichte eines Baumes. Foto: Liana Kindermann

Wie dicht das Holz von Bäumen und Sträuchern ist, variiert stark – nicht nur zwischen verschiedenen Arten, sondern auch innerhalb einer Art, je nachdem, wo die Pflanzen wachsen. Um besser untersuchen zu können, wie diese Unterschiede entstehen, haben Forschende aus aller Welt über viele Jahre hinweg mehr als 100.000 Datensätze zur Holzdichte von über 16.000 Pflanzenarten gesammelt und in einer seit 2009 frei zugänglichen Datenbank zusammengestellt. Ein Forschungsteam der Universität Potsdam und der University of Namibia (UNAM) hat zuletzt wichtige Datensätze aus einer Region im südlichen Afrika ergänzt, die zuvor in der Datenbank fehlten. 

In einer aktuellen Auswertung der Daten konnten die Forschenden nun unter anderem zeigen, dass Pflanzen, die in extremen Umgebungen wachsen, eine höhere Holzdichte aufweisen als Artgenossen an anderen Standorten.

Die Holzdichte ist ein wichtiges funktionelles Merkmal von Bäumen, das hilft zu verstehen, wie diese überall auf der Welt wachsen, miteinander konkurrieren, überleben oder von globalen Veränderungen beeinflusst werden. Beispielsweise ist dichtes Holz stabiler und weniger anfällig für Dürren, allerdings wachsen solche Hartholzarten auch viel langsamer als schnellwüchsige, leichtholzige Pionierarten. Daten zur Biomassedichte in unterschiedlichen Baumarten werden auch gebraucht, um abschätzen zu können, wie viel Kohlenstoff in der holzigen Vegetation gespeichert ist und zukünftig gespeichert werden wird. Die Holzdichte ist somit ein Schlüsselfaktor für Vorhersagen zum globalen Kohlenstoffkreislauf und die Frage, wie sich Ökosysteme im Zuge des Klimawandels verändern werden.

Die Global Wood Density Database (GWDD) bietet offenen Zugang zu Holzdichtedaten aus aller Welt. Zuletzt wurden Datenlücken in den Tropen und im globalen Süden durch eine neu veröffentlichte, aktualisierte Version der Datenbank (GWDD v.2) erheblich reduziert. Aktuell enthält sie über 100.000 Datensätze von mehr als 16.000 Pflanzenarten. „Mithilfe der GWDD v.2 können Wissenschaftler:innen weltweit nun verlässlichere Schätzungen zum Kohlenstoffgehalt tropischer Ökosysteme abgeben und die Daten für ihre eigenen Forschungen benutzen. In einer ersten Auswertung haben wir zunächst nach Ursachen für Schwankungen der Holzdichte innerhalb von Individuen, innerhalb von Arten und über Umweltgradienten hinweg gesucht“, sagt Dr. Liana Kindermann von der Universität Potsdam. „In Zukunft werden wir erforschen, welche Rolle die Holzdichte von Arten und sogar einzelnen Individuen für Ökosysteme spielt und inwiefern sie ökologische Kopplungsprozesse bedingen. Uns interessiert auch, ob funktionelle Merkmale wie die Holzdichte darüber entscheiden, wie nützlich bestimmte Baumarten für Menschen sind.“

Universität Potsdam


Originalpublikation:

Fabian Jörg Fischer, Jérôme Chave, Amy Zanne, […] Magnus Dobler, Ezequiel Chimbioputo Fabiano, Liana Kindermann, Anja Linstädter et al.: Beyond Species Means – the Intraspecific Contribution to Global Wood Density Variation, New Phytologist, https://doi.org/10.1111/nph.70860

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