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AK Tierversuche im VBIO kommentiert Versuchstierzahlen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat jüngst die Versuchstierzahlen für das Jahr 2024 veröffentlicht. 
Demnach ist die Zahl der Versuchstiere in Deutschland 2024 weiter zurückgegangen. Die Anzahl der in Tierversuchen eingesetzten Tiere sank erneut deutlich um rund 9 % auf 1.327.931 Tiere.

Dies ist erfreulich, kann aber nicht direkt auf den verstärkten Einsatz von Alternativmethoden zurückgeführt werden, stellt der Sprecher des AK Tierversuche im VBIO, Prof. Dr. Thomas Korff, klar.

Sprechblase

Der fortgesetzte Rückgang von Versuchstierzahlen in Deutschland wird politisch als Erfolg von Alternativmethoden dargestellt, ist jedoch vermutlich eher Ausdruck regulatorischer Unsicherheiten, bürokratischer Hürden und gesellschaftlicher Ablehnung. Aus unserer Sicht besteht Anlass zur Sorge, dass der Rückgang im Wesentlichen auf strukturelle Standortprobleme für die Forschung hinweist, und nur bedingt auf Fortschritte der Wissenschaft im Bereich der Alternativmethoden zurückgeführt werden kann. Die tatsächlichen Ursachen des Rückgangs sind unklar und vielfältig und ob Versuchstiere global dadurch profitieren, bleibt fraglich. 

Seit 2022 sinkt die Zahl der verwendeten Versuchstiere in Deutschland von Jahr zu Jahr (GER 2022/23 -11%; 2023/24 –9%). An anderen bedeutenden biowissenschaftlichen Forschungsstandorten (z.B. UK: 2022/23 -1,6%; 2023/24 -3%) geschieht dies deutlich moderater. Während die Politik dies v.a. als Erfolg der Förderung von „Alternativmethoden“ verbucht, schaut die biowissenschaftliche Forschungsgemeinschaft in Deutschland mit Sorge auf die weiterhin bestehenden (EU-weit einzigartigen) rechtlichen Unsicherheiten und den föderal uneinheitlichen, aber in jedem Fall erheblichen, bürokratischen Aufwand für die Durchführung von Tierversuchen, die ebenso Gründe für sinkende Versuchstierzahlen sein können wie Furcht vor gesellschaftlicher Ablehnung (siehe auch hier)

Mit Blick auf die angeblich breite Verfügbarkeit von „Alternativmodellen“, ist anzumerken, dass solche nur dann diese Bezeichnung verdienen, wenn sie tatsächlich als Alternative für definierte Tierversuche fungieren, diese also ersetzen können und damit zur Erhebung gleich(wertig)er Parameter genutzt werden können. Eine bloße Koexistenz von Alternativmodellen und Tierversuchen hat per se keinen Einfluss auf Versuchstierzahlen. Auch wird sich die wissenschaftliche Beweisführung und die Beurteilung der Relevanz biowissenschaftlicher Erkenntnisse auf internationaler Ebene nicht über Nacht ändern, nur, weil hierzulande eine andere Methodik bevorzugt wird.

Würde die Minderung der Versuchstierzahlen tatsächlich auf einem wissenschaftlich belegten Wandel in der Methodik beruhen und nicht aus einer Einschränkung der grundgesetzlich garantierten Freiheit der Wissenschaft resultieren, wäre das neue Zahlenwerk ein vortrefflicher Beleg von Innovationskraft. Zweifel daran sind jedoch begründet. Im Lichte dieser Betrachtung sollte sehr kritisch geprüft werden, ob in Deutschland wirklich Ersatzmethodik die Versuchstierzahlen mindert, oder dies Ausdruck größerer Standortprobleme ist

(VBIO)

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