VBIO

Biodiversität und genetische Vielfalt werden weniger als Welterbe denn als nationale Verfügungsmasse betrachtet. Wie stehen Sie zu dieser Problematik? Wie wollen Sie sicherstellen, dass die Freiheit der Forschung und das berechtigte Anliegen des „Benefit Sharing“ ausgewogen berücksichtigt werden?

Informationen zum Thema Access and Benefit Sharing und zur Positionierung des VBIO finden Sie hier


Der Erhalt der biologischen Vielfalt und die Sicherung wertvoller Lebensräume ist äußerst wichtig und hat für uns als CDU und CSU höchste Priorität. Die unionsgeführte Bundesregierung hat bedeutende internationale Abkommen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt einschließlich der genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft unterzeichnet. Vor allem das Nagoya-Protokoll regelt den Zugang zu den Vorteilen aus der Nutzung von genetischen Ressourcen. Das ist richtig und wichtig, denn es schützt die Entwicklungsländer als Ursprungsländer genetischer Ressourcen. Gleichzeitig muss jedoch der Zugang zu den genetischen Ressourcen für die Forschung weltweit gewährleistet sein, denn die Menschheit steht vor großen Herausforderungen wie Nahrungsmittelknappheit und Klimawandel. Forschung und Pflanzenzucht sind dabei wichtige Schlüssel. Deshalb setzen sich CDU und CSU für die Entwicklung fairer Regelungen in Übereinstimmung mit den internationalen Abkommen ein, die einen einfachen Zugang zu genetischen Ressourcen für die Forschung gewährleisten.


 

Der Schutz der Biodiversität und der genetischen Vielfalt ist der SPD ein wichtiges Anliegen. Deswegen setzt sich die SPD für eine Biodiversitätspolitik ein, um Ökosysteme zu schützen und wiederherzustellen. Die Freiheit der Wissenschaften ist zur Frage des "Benefit Sharing" dahingehend berücksichtigt, dass die DFG in ihrer entsprechenden Senatskommission Richtlinien und Musterverträge für Forschungsprojekte erarbeitet.


 

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Der Erhalt einer vielfältigen Natur ist für uns Menschen essentiell. Die Landwirtschaft ist einer der größten Akteure, der mit vielfältigen Maßnahmen dem Artensterben entgegenwirken kann. Deshalb setzen wir Freie Demokraten auf Technologieoffenheit für die nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft. Für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen müssen daher aktuelle und wissenschaftlich basierte Zulassungskriterien gelten. Grüne Gentechnik eröffnet neue Möglichkeiten, um Böden zu schonen, Biodiversität zu fördern und die Effizienz des Betriebsmitteleinsatzes zu erhöhen. Ebenso setzen wir uns für die zügige Zulassung von In-vitro-Fleisch in der EU ein. Neue Möglichkeiten in der Futterversorgung für Schweine und Geflügel (Allesfresser) wie verarbeitete tierische Proteine, auch auf Basis von Insekten, wollen wir zulassen, soweit keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Dies spart Importe von Eiweißquellen und schont Ressourcen. Bedenken in der Bevölkerung müssen mit Aufklärung begegnet werden. Wir begreifen Umwelt- und Naturschutz nicht als Widerspruch zur Land- und Forstwirtschaft. Wir brauchen Land- und Forstwirtschaft, die nachhaltig ist und Flächen, die zusätzliche Beiträge zum Naturschutz leisten.

Die Erfolgsgeschichte von BioNTech hat gezeigt, welches Potential nicht nur in der Biotechnologie, sondern auch in einer freien Wissenschaft und Forschung steckt. Wissenschaft und Forschung brauchen Kreativität. Und Kreativität braucht Freiheit. Mit Produkten und Technologien von gestern werden wir andere Länder kaum beeindrucken können. Deshalb ist für das Exportland Deutschland eine freie Wissenschaft, eine freie Forschung und Entwicklung noch wichtiger als für andere Länder. Deutschland muss gerade auch in der Biotechnologie wieder ein Land werden, in dem aus guten Ideen, erfolgreiche Gründungen und starke Unternehmen werden können. Wir brauchen dazu eine breite gesellschaftliche Diskussion, die nicht auf die Risiken verengt ist, sondern klar auch die Chancen benennt.


 

Um die Artenvielfalt national und international besser zu schützen und zu erhalten, braucht es ein Umdenken in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Zudem müssen nationale sowie internationale Abkommen und Strategien zum Schutz der Biodiversität konsequent umgesetzt und stärker gefördert werden. Dazu will DIE LINKE die Fördersummen für Programme zum Erhalt der Artenvielfalt deutlich steigern und gleichzeitig biodiversitätsschädliche Subventionen massiv abbauen. Bei bio- und umweltethischen Fragen müssen widerstreitende Grundwerte sorgfältig gegeneinander abgewogen werden: Einerseits ist die Forschungsfreiheit grundgesetzlich garantiert und gesellschaftlich von großem Nutzen. Als Gesellschaft brauchen wir Wissen, um die Zusammenhänge und Prozesse des Klimawandels und anderer Umweltveränderungen zu verstehen. Andererseits bergen manche neuen Forschungsfelder und -ergebnisse Risiken für Artenvielfalt und Umwelt. DIE LINKE steht für die Freiheit der Forschung in gesellschaftlicher Verantwortung und für die allgemeine Verfügbarkeit ihrer Grundlagenergebnisse. Wir lehnen grundsätzlich Ansätze in der Forschung und besonders ihrer Anwendung ab, die ihren Gegenstand als Verfügungsmasse behandeln. Im Anthropozän müssen wir mit unserer Welt und Umwelt anders umgehen. Um der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, wollen wir die organisierte Zivilgesellschaft als Förderpartner mehr in Forschungsprojekte miteinbeziehen und Öffentlichkeit für Fragen mit gesellschaftlicher Relevanz herstellen.


 

Wir GRÜNE unterstützen die UN-Konvention zur biologischen Vielfalt, die den Nationalstaaten die Verfügungsrechte zu ihrer biologischen Vielfalt zuspricht. Auch unterstützen wir das Ziel der Konvention zur gerechten Aufteilung der sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergebenden Gewinne und Vorteile. Wir wollen eine vollumfängliche Umsetzung des Nagoya Protokolls und sehen Nachbesserungsbedarf bei der entsprechenden EU-Verordnung, damit auch das Benefit sharing besser geregelt werden kann.