VBIO

Das Cartagena Protokoll

Das Cartagena Protokoll ist ein Folgeabkommen der 1992 in Rio unterzeichneten UN-Konvention über Biologische Vielfalt (CBD). Es legt völkerrechtlich verbindliche Regeln für den grenzüberschreitenden Handel mit „lebenden gentechnisch veränderten Organismen“ fest. Das Cartagena Protokoll ist seit 2003 rechtskräftig und gilt in 171 Staaten sowie der Europäischen Union. Wichtige Länder wie z. B, die USA, Argentinien, Australien und Kanada haben das Cartagena Protokoll nicht unterzeichnet.

Ziel des Cartagena Protokoll ist es, zum Schutz der Umwelt und Gesundheit vor Gefährdungen durch gentechnisch veränderte Organismen (GVO) beizutragen. Das Cartagena Protokoll sieht Maßnahmen vor, die genetischen Ressourcen vor möglichen Gefahren zu schützen, die mit der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen verbunden sein können. Wenn lebende gentechnisch veränderte Organismen in ein anderes Land exportiert werden sollen, um dort in die Umwelt freigesetzt zu werden läuft ein spezielles Informations- und Entscheidungsverfahren (Advanced Informed Agreement Procedure) an.

Das Verfahren regelt Handhabung, Transport und Identifikation sowie den Informationsaustausch zwischen den Vertragsparteien. Es soll sicherstellen, dass das Empfängerland alle Informationen erhält, die für die Sicherheitsbewertung erforderlich sind. Insbesondere soll verhindert werden, dass in den Ländern des globalen Südens gentechnisch veränderte Pflanzen ohne Wissen der nationalen Behörden eingeführt und angebaut werden. Dabei kommt das Vorsorgeprinzip zur Anwendung.

Wesentliches Element des wechselseitigen Berichterstattungssystems ist dabei auch das das Biosafety Clearing House, das den Zugang zu allen nationalen und transnationalen gentechnik-relevanten Daten ermöglicht.

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Der VBIO und das Cartagena Protokoll

Der VBIO ist als "relevant organisation" beim Biosafety Clearing House eingetragen.

Zuletzt eingebracht hat er sich im Rahmen des Peer review eines Berichts der sogenannten "AHTEG" (Ad Hoc Technical Group) zur Synthetischen Biologie im Februar 2018.
Der VBIO hatte dabei das ausgesprochen breite Verständnis von Synthetischer Biologie kritisiert, dass die ATHEG ihren Überlegungen zu Grunde gelegt hatte. Aus Sicht des VBIO ist eine differenzierte Betrachtung notwendig, die zwischen Anwendungen von Genome Editing und gene drives differenziert.
Sie finden diesen  Input des VBIO auch auf der Seite des Biosafety Clearing House.