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Wissenschaftsrat lobt Coronabekämpfung

Um die Wissenschaftslandschaft in Deutschland und die Veränderung aufgrund von Corona ging es beim Gespräch mit der Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, Professor Dorothea Wagner, zu dem der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung am Mittwoch eingeladen hatte. Wagner machte deutlich, dass man gerade in der Coronakrise sehe, dass die Wissenschaftslandschaft in Deutschland mit ihrem Säulensystem gut aufgestellt sei und funktioniere. Deutschland sei eines der Länder, das zumindest bisher mit am besten durch die Krise gekommen sei. Das läge auch an den Wissenschaftlern, aber auch an der Politik.

Der Wissenschaftsrat, der 1957 gegründet wurde, ist einem Gremium aus 32 Mitgliedern, das sich aus 24 Wissenschaftlern und acht Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammensetzt. Der Wissenschaftsrat nimmt zu wissenschaftlichen Fragen Stellung und berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in allen Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs.

Wagner, die seit Februar 2020 Vorsitzende des Wissenschaftsrates ist, betonte, dass die Digitalisierung ein wichtiges Thema ihrer Amtszeit sein werde. Dabei kritisierte sie, dass die Frage der Digitalisierung an den Hochschulen in den Konjunkturpaketen bislang zu wenig Raum gefunden habe. Die Chancen der Digitalisierung müssten stärker genutzt werden, aber es müsste auch dringend die Frage gestellt werden, was genau der Mehrwert digitalen Unterrichts sei - außer der Tatsache, dass nur mit Hilfe der Digitalisierung derzeit überhaupt unterrichtet werden könnte. Die Professorin, die am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Informatik lehrt, sagte: "Derzeit machen wir eine riesen Feldversuch." Die Ergebnisse, ob Studierende bei Online-Unterricht genauso gut mitkommen wie bei Präsenzunterricht, blieben abzuwarten.

Auch kündigte Wagner an, das Thema Heterogenität der Studierendenschaft in Zukunft in der Arbeit des Wissenschaftsrates aufzugreifen. Ferner äußerte sich Wagner kritisch zum Verhältnis von unbefristeten Stellen zu befristeten Stellen an Hochschulen. Die Zahl der unbefristeten Stellen sei nicht parallel zum Zuwachs der Studierendenschaft gewachsen. Sie sagte: "Da muss nachgebessert werden." Zum Thema Gender an den Hochschulen und in der Forschung zeigte sich die Professorin offen und sagte: "Mehr Diversität kann nur gut tun. Dies betrifft nicht nur allein die Frauenförderung und -Forschung in der Wissenschaft."

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Stärkung der Wissenschaftskommunikation, die müsste wie kaum ein anderes Feld die Politik unterstützen und werde gerade auch in Zeiten on Fake News immer wichtiger. Abnehmendem Vertrauen in die Wissenschaft könne nur durch Transparenz und eine offene Kommunikationskultur entgegengewirkt werden.

Ferner äußerte sich Wagner zu Thema Wissenschaftstransfer. Sie teile nicht die pauschale Annahme, dass in Deutschland viele Ergebnisse aus der Grundlagenforschung nicht den Transfer in die Anwendung finden würden und in einer Art "Death Valley" landen würden, also nie das Licht des Tages erblicken würden. "Das kann man heute so nicht mehr sagen. Der Transfer in die Anwendung ist deutlich schneller geworden", stellte sie fest. Es sei zwar richtig, dass dieser Prozess in den USA zügiger vonstattengehen würde und man in Deutschland durchaus mutiger werden könnte, aber dies sollte nicht damit einhergehen, die solide deutsche Arbeitsweise zu vernachlässigen.

Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, hib

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