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Warum Bodenpilze für Klima, Ernährung und Gesundheit wichtig sind

Pilze im Boden zählen zu den wichtigsten, zugleich aber häufig wenig beachteten Organismen unter der Erdoberfläche. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Bodenpilze eine Schlüsselrolle für die Stabilität von Ökosystemen, die landwirtschaftliche Produktivität und die Speicherung von Kohlenstoff spielen. 

Agarplatten mit Pilzbewuchs

Schon seit zehn Jahren wird im Labor von Matthias C. Rillig an Pilzisolaten geforscht. Quelle: Anika Lehmann

Bodenpilze bilden weit verzweigte Netzwerke, die Pflanzenwurzeln miteinander verbinden und den Austausch von Wasser, Nährstoffen und organischen Verbindungen ermöglichen. Viele Pflanzenarten sind auf diese Symbiosen angewiesen, um ausreichend Phosphor, Stickstoff und andere lebenswichtige Nährstoffe aufzunehmen. Gleichzeitig sind Bodenpilze maßgeblich am Abbau organischer Substanzen beteiligt und beeinflussen dadurch zentrale Stoffkreisläufe der Erde.

„Pilze sind ein unsichtbares Fundament vieler Ökosysteme. Ein besseres Verständnis dieser Organismen, ihrer Vielfalt und Funktionen, kann dazu beitragen, die Folgen des globalen Umweltwandels besser vorherzusagen, landwirtschaftliche Systeme nachhaltiger zu gestalten und Zusammenhänge zwischen Umwelt-, Tier- und menschlicher Gesundheit gezielter zu untersuchen“, sagt Prof. Dr. Matthias Rillig, Professor für Ökologie am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin.

Bedeutung für Klimawandel, Ernährungssicherheit und Gesundheit

Prof. Rillig befasst sich seit vielen Jahren mit der Ökologie von Bodenorganismen, der Biodiversität von Pilzen und den Folgen des globalen Wandels für Ökosysteme. In seiner nun erschienen Übersichtsstudie hat der Biologe den aktuellen Wissensstand zu Vielfalt, Ökologie und Funktionen von Bodenpilzen zusammengefasst und aufgezeigt, wo weiterer Forschungsbedarf besteht – etwa beim Verständnis der Auswirkungen des globalen Wandels auf Pilzgemeinschaften und ihrer Bedeutung für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt. 

Als zentrale Akteure biogeochemischer Kreisläufe reagieren Bodenpilze zugleich empfindlich auf menschengemachte Veränderungen wie den Klimawandel, veränderte Landnutzung oder chemische Verschmutzung. „Veränderungen in der Zusammensetzung pilzlicher Gemeinschaften können sich daher auf Ökosysteme und die landwirtschaftliche Produktion auswirken. Zudem stehen Bodenpilze mit pflanzlichen und tierischen Krankheiten in Verbindung und spielen auch im Zusammenhang mit Resistenzen gegen Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen in der Human- und Veterinärmedizin eine Rolle“, sagt Rillig

Nach Einschätzung des Forschers kommt Bodenpilzen daher eine Schlüsselrolle sowohl im One-Health-Ansatz als auch im Konzept der planetaren Gesundheit zu, das die Gesundheit von Mensch, Tier, Umwelt und Klima gemeinsam betrachtet.

Freie Universität Berlin


Originalpublikation:

Rillig, M.C. Fungal diversity, ecology and functions in soil ecosystems. Nat Rev Microbiol (2026). doi.org/10.1038/s41579-026-01321-y

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