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Studie: Künftige Hitzeereignisse könnten bisherige außergewöhnliche Hitzewellen deutlich übersteigen

Thermometernvor Sonne
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die Hitzewellen der vergangenen Jahre geben möglicherweise nur einen Vorgeschmack auf das, was im Zuge des Klimawandels bevorsteht. Eine neue im Fachmagazin „Nature Communications“ erschienene Studie unter Leitung eines Forschers der Freien Universität Berlin zeigt: Künftige Hitzewellen könnten deutlich länger andauern, größere Gebiete erfassen und intensiver ausfallen als bisher. 

Für die Studie „Recent extreme heatwaves are no match for future events“ analysierte das Forschungsteam 22 außergewöhnliche Hitzewellen, die zwischen 2010 und 2023 unter anderem in Europa, Australien, China, Indien und Pakistan, Nordafrika und dem Nahen Osten sowie Nord- und Südamerika aufgetreten waren. Neun Hitzewellen aus den Jahren 2015 bis 2023 wurden vertieft untersucht. Die Forschenden verglichen diese Ereignisse dann mit wissenschaftlichen Klimaprojektionen für den Zeitraum von 2020 bis 2100.

Hitze könnte zum Regelfall werden
Anders als Untersuchungen, die vor allem einzelne Temperaturrekorde betrachten, erfasst die neue Studie mehrere Eigenschaften einer Hitzewelle gleichzeitig. Untersucht wurden ihre Dauer, die über den gesamten Zeitraum angesammelte Temperaturanomalien, ihre mittlere und maximale Intensität sowie die mittlere und maximale Größe des betroffenen Gebiets.

Für die Analyse der 22 außergewöhnlichen Hitzewellen wurden zwei voneinander unabhängige Temperaturdatensätze von Berkeley Earth und ERA5 genutzt. Für die Klimaprojektionen verwendete das Team Klimamodellensembles der internationalen Modellvergleichsprojekte CMIP5 und CMIP6 und untersuchte verschiedene Szenarien mit starken Emissionsminderungen bis hin zu Szenarien mit hohen und sehr hohen Treibhausgasemissionen, sowie eine Reihe unterschiedlicher globaler Erwärmungsgrade.

„Die Ergebnisse zeigen über die verschiedenen Modellensembles und Szenarien hinweg ein deutliches Muster: Ein erheblicher Anteil der künftig möglichen Hitzewellen übertrifft selbst außergewöhnliche Ereignisse der jüngeren Vergangenheit. Sie können länger dauern, größere Gebiete betreffen, intensiver sein und insgesamt wesentlich höhere angesammelte Temperaturanomalien erzeugen. Besonders gegen Ende des Jahrhunderts fallen die Unterschiede groß aus“, sagt Philipp Aglas-Leitner vom Fachbereich Physik und dem Fachbereich Mathematik und Informatik der Freien Universität Berlin und der Erstautor der Studie.

Besonders deutlich zeigt sich in den Projektionen eine zunehmende Häufigkeit von intensiven Hitzewellen. Bereits im Zeitraum 2015 bis 2054 werden diese in vielen Regionen deutlich häufiger auftreten, erklären die Studienautor*innen. Für die Zeit von 2060 bis 2099 projiziert die Mehrheit der untersuchten Modell-Ensembles für viele Regionen mindestens eine außergewöhnliche Hitzeperiode pro Jahr. In Europa könnten sich künftige Hitzewellen über mehrere Monate erstrecken und einen großen Teil des Kontinents betreffen. 

Deutliche Emissionssenkungen und Klimaanpassungen angemahnt
„Unsere Ergebnisse zeigen deutlich: Viele der Hitzeextreme, die Menschen heute gerade erst erlebt haben, können durch künftige übertroffen werden. Das hat weitreichende Konsequenzen für Gesundheit, Infrastruktur und Ökosysteme“, betont Philipp Aglas‑Leitner. „Selbst ambitionierte Minderungsziele bieten nur begrenzten Schutz. Ohne tiefgreifende Emissionssenkungen und konsequente Anpassung wird jedoch ein beachtlicher Teil der 21.‑Jahrhundert‑Hitze deutlich jenseits unserer jüngsten Erfahrungen liegen.“

Die Studie ist eine gemeinsame Arbeit internationaler Koautorinnen und Koautoren. Neben Forschenden aus der Freie Universität Berlin und der Australian National University wirkten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Potsdam‑Institut für Klimafolgenforschung, der ETH Zürich, der Charité Berlin, von Earth Sciences New Zealand und der Universität Hamburg mit.

(Freie Universität Berlin)


Originalpublikation:
https://www.nature.com/articles/s41467-026-76809-5

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