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Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll reformiert werden

Labor
Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll reformiert werden, Bild von M. Richter auf Pixabay

Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll Forschungsdaten, die an Hochschulen und Forschungseinrichtungen entstehen, sichern und für die gesamte Forschung nutzbar machen. Der Wissenschaftsrat (WR) hat die Struktur der 2019 ins Leben gerufenen NFDI evaluiert und empfiehlt ihre Verstetigung nach dem Auslaufen der aktuellen Förderung 2028. Bund und Länder sollen der NFDI zusätzliche Mittel bereitstellen, insbesondere für den dauerhaften Betrieb sowie für Rechen-, Speicher- und Langzeitarchivierungsdienste. 

Außerdem soll die Governance verbessert werden. Nach einer Begutachtung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden 26 fachliche Konsortien ausgewählt, die durch Bund und Länder gefördert und vom NFDI e.V. koordiniert werden. Künftig soll der Verein als zentraler Träger und Verantwortlicher agieren. Der WR empfiehlt, die Aktivitäten innerhalb des NFDI e.V. in wissenschaftlichen Fachbereichen zu organisieren. Um Forschung zu neuen Ansätzen und Diensten in die NFDI einzuspeisen, sollen außerdem befristete Forschungsaktivitäten zu Fragen des Forschungsdatenmanagements in einem ergänzenden Innovationsprogramm gefördert werden. Der Wissenschaftsrat schlägt vor, die DFG um die Durchführung dieses Programms zu bitten.

Die NFDI schafft aus Sicht des WR die Voraussetzungen für transparente und innovative Forschung in Deutschland, indem sie Standards und Prozesse für den Umgang mit Forschungsdaten für alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelt. Dies soll die Qualität und Nutzbarkeit der Daten und damit die internationale Anschlussfähigkeit der deutschen Forschung maßgeblich verbessern.

„Die NFDI hat wichtige Aufbauarbeit für das Forschungsdatenmanagement in Deutschland geleistet. Nun muss sie angesichts wachsender Herausforderungen weiterentwickelt werden“, sagt der Vorsitzende des WR, Wolfgang Wick. „Die Datenmengen werden immer größer und die Verfügbarkeit und Redundanz von Daten im europäischen Kontext wird immer wichtiger, wie die jüngsten Entwicklungen in den USA zeigen. Die NFDI könnte zum Nukleus für ein souveränes, datengetriebenes Forschungsökosystem in Deutschland und Europa werden“, betont Wick.

Um die Souveränität gegenüber kommerziellen Anbietern zu sichern und Pluralität sowie Offenheit zu stärken, soll die NFDI eine führende Rolle beim Aufbau der European Open Science Cloud (EOSC) übernehmen.

Mit den geplanten Veränderungen sieht der WR die NFDI gut gerüstet, um ambitionierte Ziele zu verfolgen: die Förderung der Datennutzung innerhalb und außerhalb der Wissenschaft sowie den nachhaltigen, disziplinübergreifenden Ausbau des Forschungsdaten-Ökosystems.

Wissenschaftsrat


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