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Umgang mit Nichtwissen als gesellschaftliche Herausforderung

Hintergrundpapier Nr. 23 des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag behandelt Fragen der guten Governance bei explorativen Experimenten am Beispiel der drei Forschungsfelder Grüne Gentechnik, Fracking und Meeresdüngung mit Eisen

Wissenschaftliche Experimente im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Technologien lassen sich oftmals nicht auf Labore mit kontrollierbaren Bedingungen beschränken, sondern finden als Realexperimente in der Umwelt bzw. der Gesellschaft statt. Solche explorativen Experimente werden sowohl im Zuge von Erstentwicklungen als auch im Rahmen von Folgeanwendungen von Technologien durchgeführt.

Unsicheres Wissen bzw. Nichtwissen, das Ursache, Triebfeder und inhärenter Bestandteil aller wissenschaftlichen Forschung ist, erhält beim Übergang vom Forschungslabor in die Welt eine größere Tragweite, da negative Auswirkungen dort viel schwieriger zu kontrollieren sind. Dies wirft die Frage nach einem guten gesellschaftlichen Umgang mit unvermeidbarem Nichtwissen und den damit verbundenen Unsicherheiten über die möglichen Folgen von Realexperimenten auf.

Das Hintergrundpapier Nr. 23 befasst sich auf Anregung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung mit der Frage, wie mit diesem Dilemma umgegangen werden kann – dem Dilemma, einerseits auf wissenschaftliche Experimente angewiesen zu sein, um Wissen zu generieren, Wissenslücken zu schließen und Veränderungen und Innovationen voranzubringen, und andererseits beim Experimentieren unweigerlich mit Nichtwissen über mögliche unerwünschte Folgen für Natur und Gesellschaft konfrontiert zu werden.

Für den Umgang mit diesem Spannungsfeld werden im vorliegenden Hintergrundpapier zwei Heuristiken – die Methode der Technikcharakterisierung und die Perspektive des rekursiven Lernens in Realexperimenten – vorgestellt und am Beispiel der drei Forschungsfelder Grüne Gentechnik Fracking und Meeresdüngung mit Eisen illustriert. Die Beispiele zeigen, wie Nichtwissen analysiert und bewertet und wie in einer demokratischen Gesellschaft verantwortlich mit den Herausforderungen durch auftretendes Nichtwissen umgegangen werden kann.

Eine kurze Übersicht über die Inhalte der Berichtskapitel und die abgeleiteten Aspekte einer guten Governance bei explorativen Experimenten findet sich auf der Projektseite, eine kompakte Zusammenfassung ist dem Bericht vorangestellt.

(TAB)


TAB-Hintergrundpapier Nr. 23
Der gesellschaftliche Umgang mit Nichtwissen bei wissenschaftlichen explorativen Experimenten (PDF)
doi:10.5445/IR/1000156296

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