VBIO

Gemeinsam für die Biowissenschaften

Werden Sie Mitglied im VBIO und machen Sie mit!

Wachstumsveränderungen durch den Klimawandel

Bild von Marcel Teske auf Pixabay

Geologinnen und Geologen der Friederich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) untersuchten mit Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich, Berlin und Portugal inwiefern das Wachstum von Individuen und ihre gestaltlichen Veränderungen von ökologischen Reaktionen abhängig ist und ob es auf Umweltkrisen, die zukünftige schwerere Klimaauswirkungen einläuten können, hinweist.

      Eine der häufigsten Reaktionen wechselwarmer mariner Organismen auf eine schnelle Erwärmung ist eine Verringerung der Körpergröße. Ein Beispiel sind Wachstumsveränderungen von sogenannten Belemniten – das sind verschiedenen Arten von Kopffüßern, die mit den heutigen Tintenfischen verwandt sind – im Lusitanischem Becken kurz vor ihrem regionalen Aussterben vor circa 183 Millionen Jahren.


      Die zugrundeliegenden Mechanismen waren bislang unklar. Die Studie zeigt, dass sich das Wachstum von marinen Belemniten während eines Wärmeereignisses signifikant verändert hat. Die Forschenden scannten Exemplare von verschiedenem Kopffüßerarten mit einem Computertomographen, um Veränderungen ihrer äußeren Form über die Zeit von verschiedenen Entwicklungsstadien und deren Korrespondenz mit Umweltveränderungen zu untersuchen.

      Die Studie legt nahe, dass sich die Reaktionen zwischen verschiedenen Arten und Entwicklungsstadien unterscheiden. Die zunehmende Gedrungenheit in verschiedenen Stadien deutet auf unterschiedliche ökologische Toleranzen zwischen den Arten hin, die wahrscheinlich aus indirekten Folgen der Erwärmung wie Ressourcenknappheit oder verstärkter Kalkablagerung resultieren. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, bei der Untersuchung der Auswirkungen von Umweltstressoren auf marine Organismen sowohl Lebensstrategie als auch Stammesgeschichte zu berücksichtigen.

      (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)


      Originalpublikation:

      https://doi.org/10.1038/s41598-021-93850-0

      weitere VBIO News
      C. elegans-Würmer zeigen in dem links abgebildeten Krankheitsmodell eine Stressreaktion, die grün zu sehen ist

      Überraschende Hilfe durch Vitamin B12

      Weiterlesen
      Die Abbildung links zeigt eine Hirnverletzung, Die Abbildung rechts zeigt eine Vergrösserung

      Gehirn besitzt mehr Selbstheilungskraft als bisher angenommen

      Weiterlesen
      Forscher am meer mit Meßgeräten

      Ökosysteme lesen wie ein Buch: KI-Methode macht verborgene Muster in mikrobiellen Gemeinschaften der Warnow sichtbar

      Weiterlesen