VBIO

Gemeinsam für die Biowissenschaften

Werden Sie Mitglied im VBIO und machen Sie mit!

Be Open About Animal Research Day

Das Thema wissenschaftliche Tierversuche wird immer wieder kontrovers, und teils auch emotional diskutiert. Gerade deshalb ist eine offene, transparente Kommunikation über wissenschaftliche Tierversuche essentiell – davon ist der VBIO überzeugt. Er unterstützt daher den “Be Open About Animal Research Day“ (#BOARD24). Dieser weltweite Aktionstag der European Animal Research Association (EARA) findet in diesem Jahr am Freitag, dem 3. Mai statt.

Der VBIO hat bereits 2017 in einer Grundsatzposition dargelegt, warum Tierversuche für bestimmte Zwecke in naher Zukunft nicht völlig ersetzt werden können. Jedes einzelne Forschungsprojekt, das Tierversuche benötigt, erfordert dabei eine sorgfältige und verantwortungsvolle Abwägung unterschiedlicher Rechtsgüter und Interessen. Im Spannungsfeld zwischen Erkenntnisgewinn auf der einen Seite und Tierschutz auf der anderen Seite gilt es dabei, die ethische Vertretbarkeit eines Versuchsvorhabens abzuschätzen.

Alle in Deutschland durchgeführten Tierversuche haben diese sorgfältige ethische Bewertung durchlaufen. Sie wurden nur genehmigt, weil sie vorab als unerlässlich eingeschätzt wurden und in Einklang mit dem 3R-Prinzip stehen. Dessen Ziel es ist, wo immer es möglich ist, Tierversuche zu ersetzen (Replacement), die Zahl der Tiere in Tierversuchen zu reduzieren (Reduction) und deren Belastung auf das geringstmögliche Maß zu beschränken (Refinement).

In jüngster Zeit ist vor allem der Umgang mit denjenigen Tieren aus wissenschaftlichen Tierzuchten in den Fokus geraten, die gerade nicht in Tierversuchen genutzt werden – etwa weil sie nicht das richtige Geschlecht oder den richtigen Genotyp haben. Diese Tiere dürfen ohne „vernünftigen Grund“ nicht getötet werden. Stattdessen sind sie in eine andere legitime Nutzung („Adoption“ durch Tierhalter, Verfütterung, Ausbildungszwecke) zu übergeben. Das ist aufwändig, auch nicht für alle Tiere (z. B. gentechnisch veränderte Tiere) möglich und bindet Forschungsgelder und Tierhaltungskapazitäten, die dann nicht mehr für die Forschung und Entwicklung von Therapien für Patienten zur Verfügung stehen. Das sind die Folgen dieser rein deutschen Variante bei der Umsetzung von EU-weiten Regelungen.

Vor diesem Hintergrund stellt Prof. Dr. Thomas Korff, Sprecher des Arbeitskreises Tierversuche im VBIO fest:

 „Tierschutz ist in Deutschland im Grundgesetz verankert und genießt daher legislativ den gleichen Stellenwert wie die Freiheit biowissenschaftlicher Forschung. Für wissenschaftliche Tierversuche erfordert dies ein kritisches Hinterfragen jedes einzelnen Forschungsansatzes, was - einzigartig in Europa - vom deutschen Tierschutzgesetz über den „vernünftigen Grund“ eingefordert wird. Während der „vernünftige Grund“ beispielsweise für das Töten von Tieren zu Forschungszwecken den hohen moralischen Ansprüchen unserer Gesellschaft Rechnung trägt, ist er als normativ vager Begriff mit vielen Rechtsunsicherheiten für Forschende verbunden und gefährdet damit den Forschungsstandort unseres Landes.“

Der VBIO setzt sich für Offenheit und Transparenz sowie einen faktenbasierten Diskurs ein. Ein Beispiel dafür ist das VBIO-Dialogforum: "Wissenschaftliche Tierversuche – notwendig oder entbehrlich?", das am 26. Juni 2024 online stattfinden wird. Sie sind dazu herzlich eingeladen.

Wenn Sie mehr erfahren wollen über wissenschaftliche Tierversuche und die Position des VBIO, dann besuchen Sie unsere Homepage.

weitere VBIO News
  Keimzellen der Braunalgenart Ectocarpus während der Befruchtung.

Wie Braunalgen ihre Partner auswählen

Weiterlesen
Die neu beschriebene Art Cleonardo helga aus der Amphipodenfamilie Eusiridae. Dieses neun Millimeter große Männchen wurde unmittelbar nach dem Fang an Bord aufgenommen.

Meer Leben: Unerwartet hohe Biodiversität im Tiefsee-Schutzgebiet

Weiterlesen
Würfelqualle (Tripedalia cystophora): Die wenige Zentimeter große Art lebt in Mangrovengewässern und dient als Modellorganismus in der Forschung.

Was Quallen am Aufsteigen hindert

Weiterlesen