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Fledermäuse als biologische Schädlingskontrolle

Aufwendige Ernte, komplizierte Verarbeitung: Die Macadamia zählt zu den teuersten Nüssen der Welt. Umso wichtiger ist es, die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen. Ein internationales Forschungsteam hat jetzt untersucht, wie sich natürliche Vegetation in und um Macadamia-Plantagen auf den Schädlingsbefall auswirken, und dabei besonderes Augenmerk auf Vogel- und Fledermauspopulationen gelegt. 

Macadamia-Plantage in Südafrika

Macadamia-Plantage in Südafrika Quelle: Mina Anders

Das Team unter Leitung der Universität Göttingen untersuchte zehn intensiv bewirtschaftete Macadamia-Plantagen in Südafrika. Je Betrieb verglichen die Forschenden Bäume am Rand der Plantage mit denen im Zentrum, um den Einfluss der umliegenden Vegetation zu analysieren. Sie erfassten 111 Vogelarten per Beobachtung und 16 Fledermausarten über ihre Echoortungsrufe. Fledermausaktivität senkte den Insektenbefall besonders in Plantagen, die weniger natürlichen Lebensraum beinhalteten oder von diesem umgeben waren. Unter natürlichen Lebensraum fallen hier zum Beispiel heimische Wälder, Busch- oder Strauchlandschaften. Dahingegen zeigten sogenannte Ausschlussversuche einen deutlichen Effekt auf die Qualität der Nüsse: Wurden Vögel und Fledermäuse durch Netze von den Bäumen ferngehalten, stieg der Anteil der durch Insekten geschädigten Nüsse von 6,2 auf 10,7 Prozent – eine Zunahme um rund 70 Prozent. Ein direkter Einfluss der Vogelzahl auf den Schädlingsbefall ließ sich dagegen nicht nachweisen.

Nicht nur die Anzahl, auch die Vielfalt der Fledermäuse nahm mit dem Anteil natürlicher Lebensräume zu. Sogar der Ertrag der Macadamia-Bäume hing mit diesem Anteil zusammen und erreichte bei etwa 60 Prozent natürlichem Lebensraum seinen höchsten Wert. Zugleich unterschieden sich die Vogelgemeinschaften zwischen Rand und Zentrum der Plantagen: Am Rand kamen häufiger Arten vor, die dichte Vegetation und Gehölze bevorzugen, während im Zentrum Arten offener Lebensräume überwogen.

„Natürliche Lebensräume sind wertvolle Rückzugsorte und fördern Nützlinge, die Bestäubung und Schädlingsbekämpfung leisten, was wiederum gut für die landwirtschaftliche Produktion sowie die Landwirtinnen und Landwirte ist. Daher sollten natürliche Lebensräume und deren Erhalt unbedingt in die Planung landwirtschaftlich genutzter Flächen einbezogen werden“, erklärt Erstautorin Dr. Mina Anders von der Abteilung für Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen. Die Studie unterstreicht die Bedeutung natürlicher Lebensräume für eine Landwirtschaft, die Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion miteinander verbindet.

Universität Göttingen


Originalpublikation;

Anders, M. et al. Landscape characteristics influence pest control services in macadamia orchards and shape bird and bat assemblages. Agriculture, Ecosystems and Environment (2026). DOI: https://doi.org/10.1016/j.agee.2026.110666

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