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VBIO: Lebenslanges Biologielernen ermöglichen – nicht-formale Bildungsangebote sicherstellen

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.) hat jüngst ein Positionspapier zu nicht-formalen Bildungsangeboten vorgelegt. Diese bilden eine zusätzliche Basis für die Entwicklung einer naturwissenschaftlichen bzw. biologischen Grundbildung. Um die entsprechenden Aktivitäten langfristig zu sichern, müssen sowohl die Bildungsinstitutionen selbst, als auch Politik und Förderinstitutionen gewisse Weichenstellungen vornehmen. Hierzu gehören nicht zuletzt eine bessere Zugänglichkeit nicht-formaler Bildungsangebote, eine gesicherte Grundfinanzierung, Initiativen zur Fortbildung, Qualitätssicherungsmaßnahmen und eine stärkere Verzahnung der Angebote.

„Biologische Zusammenhänge prägen wesentliche Teile unseres Alltags. Dies wird uns im Zusammenhang mit der globalen Ressourcenübernutzung, der Klimakrise und der Pandemie gerade drastisch vor Augen geführt“ erläutert Ilka Gropengießer, die das Positionspapier vorbereitet hat. „Grundlegendes biologisches Verständnis und der kontinuierliche Prozess des lebenslangen Biologielernens sind daher essentiell“.

Nur auf Basis einer natur- bzw. biowissenschaftlichen Grundbildung („Scientific Literacy“) ist es möglich, die Anwendung biologischer Erkenntnisse abzuwägen, Fakten von Fehlinformationen zu unterscheiden und Verschwörungsdenken vorzubeugen. Und das ist wichtiger denn je. Der VBIO erkennt dabei an, dass Initiativen und Institutionen der nicht-formalen biologischen Bildung – verstanden als Gesamtheit aller Angebote jenseits der Curricula formaler Bildungsgänge – oft unter schwierigen Rahmenbedingungen wertvolle Beiträge zur Förderung biologischer Scientific Literacy leisten.

Um aber die Arbeit langfristig zu sichern und flächendeckend ein attraktives nicht-formales Bildungsangebot in der Biologie zu gewährleisten, müssen aus Sicht des VBIO geeignete finanzielle, personelle, organisatorische und formale Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Die Anbieter der nicht-formalen Bildung sind ebenso wie Politik, Gesellschaft und Geldgeber aufgefordert, hierfür die Weichen zu stellen:

  • Nicht-formale Bildungsangebote müssen besser bekannt und zugänglich sein.
  • Die Grundfinanzierung nicht-formaler Bildungsangebote muss dauerhaft sichergestellt werden. Zusätzliche Projektmittel tragen zur Innovation und kreativen Weiterentwicklung bei.
  • Die Fortbildung des Personals im Vermittlungsprozess soll intensiviert und verbessert werden. Für das pädagogische Personal sind vor allem Fort- und Weiterbildungen im fachbiologischen Bereich, für Personen mit biowissenschaftlicher Qualifikation  insbesondere didaktische Maßnahmen vorzusehen.
  • Systematische, aber unbürokratische Qualitätssicherungssysteme in nicht-formalen Bildungseinrichtungen sollen eingeführt werden, um die Angebote attraktiv und lernförderlich gestalten zu können.
  • Die Verzahnung aller biologischen Bildungsangebote muss weiter entwickelt werden. Dabei ist die Kooperation von Forschung, Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Praxis zu stärken.

Der VBIO wünscht sich von allen Akteurinnen und Akteuren die Weitsicht, die Bedeutung der Scientific Literacy und ihrer gesellschaftlichen Implikationen zu erkennen, die Ausdauer, gemeinsam an Lösungen für die skizzierten Herausforderungen zu arbeiten sowie den Mut und die Kreativität, neue Ideen in die Tat umzusetzen. “ Der VBIO und seine Mitglieder – von denen sich viele der biologischen Bildung in allen ihren Facetten widmen – werden sich auch weiterhin in diesem Bereich engagieren und freuen sich über eine engagierte Debatte“, so Prof. Dr. Karl-Josef Dietz, Präsident des VBIO.

Link zum Positionspapier

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