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Studie: Größte Artenvielfalt auf Wiesen, Heiden und Magerrasen

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Im Offenland wurden die meisten gefährdeten und die meisten unterschiedlichen Farn- und Blütenpflanzenarten gefunden. Copyright: DBU Naturerbe

Buntes Leben in Hülle und Fülle: Den weltweiten Entwicklungen zum Trotz lebt die biologische Vielfalt im Nationalen Naturerbe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auf. Studienergebnisse der Stiftungstochter, dem DBU Naturerbe, aus 64 Gebieten in neun Bundesländern belegen, dass vor allem das Offenland reich an Wildpflanzen ist – Lebensgrundlage für Insekten, Vögel und Säugetiere. Die Daten unterstreichen somit die herausragende Bedeutung von Biotoppflegemaßnahmen für nährstoffarme, sehr trockene und feuchte bis nasse Offenstandorte. 

DBU Naturerbe veröffentlicht Jahresbericht 2025

Osnabrück. Hungerkünstler blühen auf im DBU Naturerbe: Einer Studie zufolge gibt es dort ein Fünftel mehr Farn- und Blütenpflanzenarten als auf vergleichbaren, zufällig ausgewählten Flächen in der Umgebung. Ein Grund: Viele Wildpflanzen bevorzugen karge, nährstoffarme Böden und wachsen an sehr trockenen oder ganz nassen Standorten. Während solche Gebiete in der agrargeprägten Landschaft selten geworden sind, sorgt die Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auf ihren 66 Flächen im Nationalen Naturerbe für deren Erhalt und Entwicklung. Die Studie ist Teil des vom DBU Naturerbe herausgegebenen digitalen Jahresberichts 2025.

DBU-Naturerbe: Artenanzahl um 22 Prozent, Rote-Liste-Arten um 32 Prozent erhöht

Auf einer Gesamtfläche von 63.058 Hektar – kleiner als die Insel Rügen – verfügt das DBU Naturerbe über mehr als die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Farn- und Blütenpflanzen. „Von den auf unseren Flächen des Nationalen Naturerbes rund 1.500 vorkommenden Arten stehen 266 in der Roten Liste Deutschlands“, sagt Susanne Belting, Fachliche Leitung im DBU Naturerbe. Die sogenannten Roten Listen geben Auskunft über die Gefährdungssituation von zum Beispiel Pflanzenarten. Im Vergleich zu ähnlichen Flächen der Umgebung war die Artenanzahl in den 64 untersuchten Gebieten um ein Fünftel (22 Prozent), die der Rote-Liste-Arten sogar um ein Drittel (32) erhöht. „Diese Ergebnisse sprechen für eine hohe biologische Vielfalt auf den DBU-Naturerbeflächen“, so Belting. Die Vielzahl an Pflanzen sei ihr zufolge Nahrungs- oder Fortpflanzungsgrundlage für eine riesige Zahl teils spezialisierter Insekten und anderer Kleintiere, die wiederum zahlreichen Vögeln, Amphibien, Reptilien und Säugetieren als Lebensgrundlage dienen. Belting: „Gleichzeitig sind die Zahlen ein großartiger Erfolg, weil sie bestätigen, dass unsere Strategien im Naturschutzmanagement Wirkung zeigen.“ Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) warnt vor einem weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt. Auch für Deutschland wird die Lage der Biodiversität als dramatisch eingeschätzt, so der Faktencheck Artenvielfalt von 2024.

Größte Pflanzenvielfalt auf nährstoffarmen Böden trockener oder nasser Standorte

Mit der Studie konnte das Naturerbe-Team zudem nachweisen, „dass sich die größte Artenvielfalt und die höchste Anzahl von Rote-Liste-Arten in den vielfältigen Offenlandbiotopen finden – nicht etwa im Wald“, sagt Dr. Charlotte Seifert vom DBU Naturerbe und meint mit Offenland die selten gewordenen Zwergstrauchheiden, Magerrasen, artenreiches Grünland sowie Hoch- und Niedermoore. Sie sind angepasst an nährstoffarme Böden auf besonders trockenen oder ganz nassen Standorten. Solche Bedingungen seien Seifert zufolge in der vielgenutzten „Normallandschaft“ selten geworden. Seifert: „Die dauerhafte Erhaltung dieser besonders gefährdeten Biotope durch Pflegemaßnahmen ist ein wichtiges Ziel der Naturerbe-Entwicklungsplanung.“ Die Pflegemaßnahmen im Offenland reichen von Beweidung mit Pferden, Rindern, Ziegen und Schafen über regelmäßige Mahd bis hin zu Entbuschungsaktionen mit Handsägen, Astscheren, Freischneider und Hacken. Eins haben alle DBU-Naturerbeflächen gemeinsam: „Auf den Wiesen, Weiden und Äckern des DBU Naturerbes kommen weder künstliche Düngemittel noch Pestizide zum Einsatz“, so Seifert. So bleiben die Böden weiterhin nährstoffarm und bieten Lebensraum für Hungerkünstler wie Sand-Strohblume, Frühlings-Adonisröschen und Lungen-Enzian.

Rückblick auf „20 Jahre Nationales Naturerbe“ und praktische Naturschutzarbeit vor Ort

Neben den Studienergebnissen finden Interessierte im digitalen Jahresbericht 2025 Informationen über Naturschutzplanungen und Netzwerkarbeit sowie die wirtschaftliche Entwicklung im DBU Naturerbe. Rückblickend steht das im vergangenen Jahr gefeierte Jubiläum „20 Jahre Nationales Naturerbe“ im Fokus. Aber auch die praktische Naturschutzarbeit vor Ort in Kooperation mit dem Bundesforst kommt nicht zu kurz. So werden Wiesen, Heiden, Magerrasen und andere offene Lebensräume durch Pflege bewahrt, strukturarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten. Wie das gelingen kann, zeigt die Jahresschau mit praktischen Beispielen aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Bayern und weiteren Bundesländern.

Deutsche Bundesstiftung Umwelt


Hier geht es zum digitalen Jahresbericht 2025: https://www.dbu.de/ne-jahresbericht/jahr-2025/ 

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