Programm der Karl von Frisch-Abiturpreisverleihung 2026
Unsere Veranstaltung zum Karl von Frisch - Abiturpreis findet am 27. Juni 2026 in Marburg (Großen Hörsaal des Fachbereichs Biologie, Hörsaalgebäude, Karl-von-Frisch-Str. 8) von 10 Uhr bis 16:30 Uhr statt. Dabei geht es nicht nur um die Auszeichnung der besten hessischen Abiturienten im Fach Biologie sondern auch um ein spannendes Programm mit Vorträgen zur Wundheilung, zur molekularen "Spiegelwelt" und mehr. Mitglieder und Freunde des VBIO sind herzlich eingeladen!
Programm zum Herunterladen
Die Preisverleihung 2026
Am 27.06.26 wurden an der Universität Marburg die Karl-von-Frisch-Abiturpreise des VBIO für die besten Abitur-Absolventen im Fach Biologie in Hessen verliehen.
Obwohl der Termin in der ersten Ferienwoche und die Temperatur etwas hoch lag, kamen über 100 Besucher!
Sehr schön: die Preisträger wurden wieder von Gert Bange, dem Vizepräsidenten der Uni Marburg, Christopher Textor und Annette Petri vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und von Sevim Yüzgülen, Stadträtin der Stadt Marburg gewürdigt. Wir finden es wichtig, dass diese besonderen Leistungen im Fach Biologie auch von „hoher Stelle“ sichtbar anerkannt werden!
In der Biologie spielt natürlich die Wissenschaft die „erste Geige“. Deshalb gab es vier Fachvorträge, die eine gute Balance zwischen allgemeiner Verständlichkeit und wissenschaftlichem Anspruch fanden. Sven Bogdan erzählte, wie man aus dem Modellsystem Fruchtfliege etwas über Wundheilung lernen kann, was dann auch für die Humanmedizin relevant ist. Mareike Lehmann berichtete über Modelle der menschlichen Lunge in Zellkultur, Organoiden und lebendigen Schnitten der Lunge. Damit können Krankheiten erforscht werden aber auch Tierversuche zum Testen von Medikamenten reduziert werden. Georg Hochberg beleuchtete einen ungewöhnlichen Aspekt der Evolutionsbiologie: kann man ausgestorbene Moleküle rekonstruieren, die es vor Millionen von Jahren gab, die aber natürlich keine Fossilien hinterlassen haben? Die Antwort: man kann und man kann sogar recht gute Annahmen machen, welche Eigenschaften diese Moleküle hatten!
Jan Kellmann lenkte zuletzt die Aufmerksamkeit auf die „Spiegelwelt“. Das Leben nutzt bei DNA und bei Proteinen jeweils nur eine, nicht aber die andere Spiegelform der biologischen Bausteine der Zucker in den Nukleotiden bzw. der Aminosäuren. Mit synthetischer Biologie kann man entsprechende Spiegelformen bauen, die gleiche Funktionen haben, für das existierende Leben aber völlig fremd sind. Stellen Spiegelmoleküle oder gar ganze Spiegelorganismen unkalkulierbare Risiken dar und kann/muss/darf man die Forschung daran unterbinden? Spannende Fragen!
Wie bedanken uns bei der Universität Marburg die uns jetzt im 19. Jahr die
Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat und bei den Sprechern aus Wissenschaft
und Politik, die zu einer gelungenen Preisverleihung beigetragen haben!
Presseartikel: Biologie erleben in Marburg: Karl-von-Frisch-Abiturpreis 2026 des VBIO Hessen verliehen
Trotz großer Hitze und bereits begonnener Ferienzeit kamen am Samstag, den 27. Juni 2026, mehr als 100 Teilnehmende zur Karl-von-Frisch-Abiturpreisverleihung des VBIO-Landesverbands Hessen nach Marburg. Im Großen Hörsaal des Fachbereichs Biologie der Philipps-Universität Marburg wurden besonders erfolgreiche Abiturientinnen und Abiturienten für ihre herausragenden Leistungen im Fach Biologie ausgezeichnet. Hierfür sind 65 mit 110 Preisträgern mit Begleitung angereist. Die Preisverleihung in Marburg hat für den VBIO Hessen eine lange und besondere Tradition.
Seit vielen Jahren bietet sie den ausgezeichneten Schülerinnen und Schülern nicht nur einen feierlichen Rahmen, sondern auch ein außergewöhnlich vielseitiges biologisches Programm. Auch 2026 wurde deutlich: Der Karl-von-Frisch-Abiturpreis ist in Hessen weit mehr als eine Urkundenübergabe. Er ist ein Tag der Wertschätzung, der Begegnung und der lebendigen Einblicke in aktuelle biologische Forschung.
Begrüßt wurden die Gäste durch Prof. Gert Bange, Vizepräsident der Philipps-Universität Marburg, sowie Prof. Wolfgang Nellen, Emeritus der Universität Kassel und Vorsitzender des VBIO Hessen. Anschließend erwartete die Teilnehmenden ein dichtes wissenschaftliches Programm mit vier Vorträgen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der modernen Biologie.
Den Auftakt machte Prof. Dr. Sven Bogdan vom Institut für Physiologie und Pathophysiologie in Marburg mit seinem Vortrag „It’s Just a Scratch! – Erkenntnisse zur Wundheilung in der Fruchtfliege“. Danach gab Prof. Dr. Mareike Lehmann vom Institut für Lungenforschung spannende Einblicke in „Die Lunge in 4D“. Prof. Dr. Georg Hochberg vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie zeigte unter dem Titel „Jurassic Park im Labor“, wie ausgestorbene Moleküle rekonstruiert und experimentell wieder zum Leben erweckt werden können. Am Nachmittag stellte Jan-Wolfhard Kellmann von SYNMIKRO schließlich die faszinierende Frage: „Mirror Life – spiegelverkehrtes Leben?“ Ein besonderer Höhepunkt waren die Laborführungen für die Preis- und Urkundenträgerinnen und -träger. In fünf verschiedenen Führungen konnten die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler Forschung nicht nur hören, sondern unmittelbar erleben. Für Lehrkräfte wurde zusätzlich eine besondere Führung durch die Gewächshäuser des Botanischen Gartens angeboten. Auch der Botanische Garten selbst konnte im Rahmen der Veranstaltung besucht werden.
Neben Wissenschaft und Auszeichnung kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Bei Brötchen, Getränken und Gesprächen blieb Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen — zwischen Preisträgerinnen und Preisträgern, Lehrkräften, Eltern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern des VBIO. Gerade diese Verbindung aus Anerkennung, fachlicher Inspiration und persönlicher Begegnung macht die Marburger Preisverleihung seit vielen Jahren aus.
Die feierliche Überreichung der Urkunden und Preise erfolgte durch Christopher Textor und Dr. Annette Petri vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, Stadträtin Sevim Yüzgülen vom Magistrat der Stadt Marburg sowie Prof. Dr. Wolfgang Nellen für den VBIO Hessen. Zuvor stellte Dr. Jörg Klug vom VBIO-Landesverband Hessen den Namensgeber des Preises, Karl von Frisch, sowie den VBIO vor.
Der VBIO Hessen gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihren hervorragenden Leistungen und dankt allen Beteiligten, die diese besondere Veranstaltung möglich gemacht haben: der Philipps-Universität Marburg, den Vortragenden, den Laboren, dem Botanischen Garten, den Vertreterinnen und Vertretern aus Ministerium und Stadt sowie allen Helferinnen und Helfern vor Ort.
Im kommenden Jahr steht in Marburg ein besonderes Jubiläum an: Dann feiert die Karl-von-Frisch-Abiturpreisverleihung des VBIO Hessen ihr 20-jähriges Bestehen. Die lange Tradition und das auch 2026 wieder beeindruckende Programm zeigen eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Förderung junger biologischer Talente in Hessen hat.
Auch die Oberhessische Presse Marburg berichtet: Hessens beste Biologie-Abiturienten erhalten in Marburg den Karl-von-Frisch-Preis
Nicht nur der VBIO berichtet über die Karl-von-Frisch-Abiturpreisverleihung, sondern auch die Oberhessische Presse Marburg. Sie berichtet über die Preisverleihung bei großer Hitze, den wissenschaftlichen Vorträgen über die Fruchtfliege, Organoide, Milliarden Jahre alte Enzyme und eine Spiegelwelt der Moleküle. Den gesamten Artikel können Sie hier nachlesen.




