VBIO

Gemeinsam für die Biowissenschaften

Werden Sie Mitglied im VBIO und machen Sie mit!

Vielfältige Nahrung für Hummeln kann negativen Einfluss von Schädlingen begrenzen

Einblick in eine Dunklen Erdhummel (B. terrestris) Kolonie
Einblick in eine Dunklen Erdhummel (B. terrestris) Kolonie, u.a. mit Brutzellen und bereits geschlüpften Jung-Königinnen. S. Schweiger

Hummeln zählen zu den wichtigen Bestäubern, da sie viele verschiedene Pflanzenarten bestäuben und äußerst robust sind. Sie können bei Temperaturen fliegen, bei denen es für andere Bestäuber noch zu kalt ist. Wie viele andere Insekten, sind auch sie stark im Rückgang begriffen. Umso wichtiger ist es, herauszufinden, was Hummeln benötigen, um sich erfolgreich fortzupflanzen. Ein Team der Universität Göttingen hat gezeigt, dass eine abwechslungsreiche Landschaft und die Vielfalt von Pollen, den die Hummeln als Eiweißquelle für die Aufzucht der Nachkommen sammeln, eine bedeutende Rolle dabei spielen.

Eine vielfältigere Nahrung konnte sogar negative Auswirkungen des Befalls mit parasitären Wachsmottenlarven abschwächen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Agriculture, Ecosystems and Environment erschienen.

Die Forscherinnen haben Hummelvölker in Mittel- und Norddeutschland aufgestellt und Pollen von heimkehrenden Hummeln gesammelt, um die Bedeutung der Pollen-Nahrung und der Diversität von Lebensräumen in Agrarlandschaften auf die Fortpflanzung zu untersuchen. Der Einfluss von Massentrachten mit einem zeitlich begrenzten und einseitigen Blütenangebot sowie Landschaftselemente, die sich durch ein kontinuierliches und diverses Blütenangebot auszeichnen, wurden analysiert.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass nicht einzelne Lebensräume – wie zum Beispiel blütenreichen Gärten – oder halbnatürliche Lebensräume – wie Hecken und Blühstreifen – zur erfolgreichen Reproduktion der Dunk-len Erdhummel Bombus terrestris beitragen, sondern die Vielfalt der Lebensräume in der gesamten Unter-suchungslandschaft“, so die Erstautorin Sandra Schweiger, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen. „Es müssen also unterschiedlichste blütenreiche Landschaftselemente vorhanden sein. Darüber hinaus kann ein diverses Pollen-Nahrungsangebot zu einem besseren Koloniewachstum und mehr Nachkommen, insbesondere Jungköniginnen, beitragen.“ Die Leiterin der Abteilung, Prof. Dr. Catrin Westphal, ergänzt: „Zudem mindert ein diverses Pollen-Nahrungsangebot negative Auswirkungen des Befalls der Kolonien mit parasitären Wachsmottelarven, die den Reproduktionserfolg der Hummeln ernsthaft gefährden können.“

Universität Göttingen


Originalpublikation:

Schweiger, S.E. et al. Pollen and landscape diversity as well as wax moth dep-redation determine reproductive success of bumblebees in agricultural landscapes. Agriculture, Ecosystems and Environment. 2022. https://doi.org/10.1016/j.agee.2021.107788

weitere VBIO News
Thermometer vor blauem Himmel mit Sonne

Jahrhundertsommer im jetzigen Klima von später Hitze und Trockenheit geprägt

Weiterlesen
Blauer Himmel mit Sonne und Sonnenschirm

Mehr Sonne, mehr UV-Risiko

Weiterlesen
Links: Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist ein Beispiel für größere, hellere Schmetterlingsarten, die mit wärmeren Temperaturen besser zurechtkommen. Rechts: Kleinere, dunkle Arten, wie der Wasser-Mohrenfalter (Erebia pronoe), ziehen sich dagegen eher in höhere Lagen zurück.

Schmetterlinge auf dem Weg nach oben

Weiterlesen