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Zukunft Biowissenschaften gemeinsam gestalten! 

Als VBIO sind wir überzeugt: Die Biowissenschaften liefern wichtige Beiträge, um Zukunftsprobleme zu erforschen und Lösungsansätze zu entwickeln.

Gemeinsam für mehr Biodiversität in Agrarlandschaften

Wie können wir den Artenverlust in Agrarlandschaften aufhalten und dabei soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigen? Eine Antwort könnte in einer stärkeren Zusammenarbeit auf Landschaftsebene liegen: In einem neuen Positionspapier beschreiben Forschende welche Synergien eine kooperative Landschaftsplanung gegenüber einzelnen, isolierten Maßnahmen ermöglichen kann. 

 Landschaft im Landkreis Northeim

In dieser Landschaft im Landkreis Northeim konnten durch Koordination und Zusammenarbeit von mehreren Landwirtinnen und Landwirten mehr als 13 Hektar Blühflächen angelegt werden, um die Biodiversität zu fördern. Quelle: Arne Wenzel

In vielen Regionen der Welt nehmen Arten in Agrarlandschaften besonders stark ab. Bestehende Agrarumweltmaßnahmen konnten diesen negativen Trend bislang nicht umkehren, weil sie oft nur von einzelnen Betrieben und ohne übergreifende räumliche Planung umgesetzt werden. Für viele Arten reichen solche Maßnahmen jedoch nicht aus, da sie auf verschiedene Ressourcen in der umgebenden Landschaft angewiesen sind. Die landschaftsweite Kooperation ermöglicht es dagegen mehreren landwirtschaftlichen Betrieben, gemeinsam Ziele zu setzen und Flächengröße, Lage, Vernetzung und Qualität von Agrarumweltmaßnahmen abzustimmen. Auf Grundlage von partizipativen Workshops, Expertendiskussionen und wissenschaftlicher Literatur identifizierte das Forschungsteam sechs potenzielle Synergien zwischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen der landschaftsweiten Koordination von Agrarumweltmaßnahmen. So können beispielsweise besser geplante Maßnahmen Ökosystemleistungen wie Bestäubung fördern und dadurch auch landwirtschaftliche Erträge unterstützen. Gleichzeitig kann die Zusammenarbeit soziale Beziehungen stärken und Kosten senken, etwa wenn Betriebe Verwaltungsaufgaben oder Saatgutbestellungen gemeinsam organisieren.

„Anstatt sich auf die Gegensätze zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu konzentrieren, sollten wir Synergien nutzen, wann immer es möglich ist“, so Erstautorin Dr. Annika Hass von der Abteilung Agrarökologie und Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen. „Entscheidend sind dabei geeignete Strukturen, die eine Zusammenarbeit in den Landschaften ermöglichen – wie eine koordinierende Institution, die Einbindung verschiedener Akteure und flexible politische Rahmenbedingungen.“ Zudem betonen die Autorinnen und Autoren, dass viele der identifizierten Synergien zunächst Hypothesen darstellen, die als Ausgangspunkt für neue empirische und interdisziplinäre Forschung dienen können. Die Ergebnisse zeigen das Potenzial der landschaftsweiten Koordination von Agrarumweltmaßnahmen für eine zukunftsfähige Agrarpolitik. Dieser Landschaftsansatz kann dazu beitragen, Biodiversitätsförderung wirksamer zu gestalten und gleichzeitig die Akzeptanz sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit entsprechender Maßnahmen zu erhöhen.

Universität Göttingen


Originalpublikation:

Hass, A. et al. Codesigning synergies among ecological, social, and economic benefits with landscape-scale agri-environmental schemes. Conservation Biology (2026). DOI: http://10.1111/cobi.70376

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