Ein selbstblinkender Farbstoff ist ein fluoreszierendes Molekül, das spontan zwischen einem hellen „An“-Zustand und einem dunklen „Aus“-Zustand wechseln kann. Dieses Blinken ist für die Superauflösungsmikroskopie von entscheidender Bedeutung, da es Forschenden ermöglicht, die leuchtenden Moleküle nacheinander zu registrieren und sehr präzise zu lokalisieren. Herkömmliche Farbstoffe können zwar auch blinken, erfordern aber in der Regel spezielle chemische Puffer in der Probenumgebung, sowie sorgfältig kontrollierte Bildgebungsbedingungen. „Nanokörper ermöglichen eine hervorragende Präzision, doch ihr Einsatz in der Superauflösungsmikroskopie war bisher durch die mangelnde Qualität herkömmlicher blinkender Farbstoffe eingeschränkt“, erklärt Dr. Felipe Opazo vom Center for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). „Die Kombination von Nanokörpern mit selbstblinkenden Farbstoffen ermöglicht eine hochgenaue Markierung und zugleich ein zuverlässiges Blinkverhalten. Dadurch wird die Superauflösungsmikroskopie einfacher, besser reproduzierbar und leichter anwendbar.“
Das Team zeigt, dass der Ansatz bei verschiedenen Verfahren der Superauflösungsmikroskopie einsetzbar ist – darunter bei einigen der präzisesten derzeit verfügbaren Methoden in der Fluoreszenzmikroskopie. „Unser Ziel ist es, die Superauflösungsmikroskopie auch außerhalb spezialisierter Mikroskopie-Labore benutzerfreundlicher zu gestalten“, so Dr. Roman Tsukanov, einer der Forschungsleiter und Postdoktorand an der Universität Göttingen. „Selbstblinkende Farbstoffe vereinfachen die Bildgebung erheblich und senken die Einstiegshürde in die Superauflösungsmikroskopie – auch für Forschende ohne spezielles Mikroskopie-Fachwissen aus jeglichen Forschungsbereichen.“
Georg-August-Universität Göttingen
Originalpublikation:
Basak, S. et al. Self-Blinking Dye Restores Efficient Use of Nanobodies in Single-Molecule Localization Microscopy. Nano Letters (2026). http://10.1021/acs.nanolett.6c02799




