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Pressemitteilungen des VBIO

Biologie studieren – Fakultäten setzen mit neuem Fachkanon gemeinsamen Orientierungsrahmen

(Berlin, 04. November 2026) Die Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF) und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) haben den Fachkanon Biologie grundlegend überarbeitet. Damit liegt wieder ein aktueller, bundesweit abgestimmter Orientierungsrahmen für Biologie-Studiengänge vor. Der Fachkanon beschreibt, welche Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten Studierende in biologischen Bachelorstudiengängen erwerben sollen. Er berücksichtigt auch zeitgemäße Prüfungsformen und berufliche Perspektiven. Neu in den Fachkanon aufgenommen wurden Kompetenzen im Umgang mit großen Datenmengen und Künstlicher Intelligenz, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im Sinne der Qualitätssicherung bietet der Fachkanon einen verlässlichen Rahmen, lässt den Hochschulen aber auch Raum für eigene fachliche Schwerpunkte.

Mit der überarbeiteten Fassung des Fachkanons setzen KBF und VBIO ihre langjährige Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung der biowissenschaftlichen Hochschulausbildung fort. Der Fachkanon Biologie ist mit allen biologischen Fachbereichen abgestimmt. Er liefert weiterhin eine Antwort auf die Frage, welche fachlichen Grundlagen alle Absolventinnen und Absolventen biologischer Studiengänge beherrschen sollen. Darüber hinaus bietet er eine Richtschnur, wie Hochschulen neue Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz in die Ausbildung einbeziehen können.

„Entscheidend ist nicht, sämtliche Einzelthemen gleich ausführlich zu behandeln. Wichtiger ist, dass die Studierenden die gemeinsam festgelegten, fachlichen und methodischen Kompetenzen tatsächlich erwerben“ verdeutlicht PD Dr. Alois Palmetshofer, Sprecher der KBF.

Die biologischen Kernbereiche wurden aktualisiert und übersichtlicher gegliedert. Gemeinsame Methoden werden fachübergreifend zusammengefasst – z. B. „Experimente im Labor“, „Untersuchungen im Freiland“, „Erkennen und Bestimmen von Arten“ sowie die sorgfältige Dokumentation und Auswertung von Daten. 

Zugleich berücksichtigt der Fachkanon deutlicher, dass biologische Forschung heute mit großen Datenmengen und digitalen Verfahren arbeitet. Studierende sollen Werkzeuge einschließlich digitaler Werkzeuge und KI-Anwendungen sachgerecht, transparent und kritisch nutzen können. Entsprechend gestaltete Lehr- und Prüfungsformen sollen dabei weiterhin nachvollziehbar machen, welche Leistungen Studierende selbst erbracht haben und ob sie die Lernziele auch wirklich erreicht haben.

„Studierende müssen KI-Ergebnisse kritisch hinterfragen und zugleich in der Lage bleiben, wissenschaftliche Fragestellungen eigenständig zu bearbeiten“, betont Dr. Carsten Roller, Leiter des Ressorts Ausbildung und Karriere beim VBIO.

Auch die gesellschaftliche Verantwortung biologischer Forschung findet in der überarbeiteten Fassung stärkere Berücksichtigung. Ob Biodiversitätsverlust, Klimawandel, Gesundheit oder der Umgang mit Ressourcen: Studierende sollen wissenschaftliche Ergebnisse nicht nur gewinnen, sondern auch deren Aussagekraft und mögliche Folgen beurteilen können. Wissenschaftliche Redlichkeit, biologische Sicherheit, ethische und rechtliche Fragen sowie nachhaltiges Arbeiten im Labor sind daher essentiell. 

Eine Übersicht zeigt Hochschulen und Gutachtenden zudem, wie sie den Fachkanon für Studiengangsentwicklung und Qualitätssicherung heranziehen können. Der Fachkanon ist dabei kein verbindlicher Stundenplan. Er benennt gemeinsame fachliche Grundlagen, ohne Hochschulen vorzuschreiben, wie sie Vorlesungen, Praktika und fachliche Schwerpunkte im Einzelnen gestalten müssen. Vergleichbare Kompetenzen können Studierenden den Hochschulwechsel und den Übergang in passende Masterstudiengänge erleichtern.

Studierende sollen mit Hilfe des Fachkanons ihre erworbenen Kompetenzen besser einschätzen und mögliche Berufswege erkennen können. Studieninteressierte und Arbeitgeber erhalten zugleich eine bessere Orientierung über die im Studiengang vermittelten Inhalte und Kompetenzen.

Über den Fachkanon Biologie

Der Fachkanon wurde 2013 erstmals verabschiedet und 2021 aktualisiert. Er beschreibt fachliche und methodische Kompetenzen, die Studierende im Bachelorstudium erwerben sollen. Hochschulen können ihn freiwillig bei der Gestaltung ihrer Studiengänge nutzen; auch bei in der internen Qualitätssicherung und bei Akkreditierungsverfahren dient er als fachliche Orientierung. Die Empfehlungen von 2026 beschreiben detailliert, was Studierende am Ende ihres Studiums wissen, praktisch anwenden und kritisch beurteilen können sollen – und wie die Erreichung dieser Kompetenzziele nachvollziehbar gemacht werden kann.

Weitere Informationen und Pressekontakte

PD Dr. Alois Palmetshofer | Sprecher der Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF)
Universität Würzburg, Fakultät für Biologie, Telefon: +49 931 31-84239
E-Mail: alois.palmetshofer@uni-wuerzburg.de

Dr. Carsten Roller | Leiter des Ressorts Ausbildung & Karriere, VBIO e. V.
Geschäftsstelle München, Telefon: +49 89 26024573 · Mobil: +49 157 79086661
E-Mail: roller@vbio.de


Fachkanon Biologie 2026: https://www.kbf.bio/nachrichten/fachkanon-biologie/