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Gemeinsam gegen Waldbrände: Landschaften widerstandsfähig gestalten

Waldbrände nehmen im Mittelmeerraum drastisch an Intensität zu. Die jüngsten Großbrände in Frankreich, Spanien und Griechenland zeigen, dass die Waldbrandbekämpfung hierbei an ihre Grenzen stößt. Ein internationales Forschungsteam plädiert deshalb für einen grundlegend neuen Ansatz für die Gestaltung von Landschaften. In einer aktuellen Studie zeigen die Forschenden, dass Waldbrandvorsorge gemeinsam mit Naturschutz, Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung gedacht und geplant werden sollte. 

durch Land- und Forstwirtschaft geprägte Mosaik-Landschaft

Die Initiative „Mosaico Extremadura“ im nördlichen Extremadura (Spanien) setzt auf die Wiederherstellung einer vielfältigen, durch Land- und Forstwirtschaft geprägten Mosaik-Landschaft, um das Waldbrandrisiko zu verringern. Quelle: Fernando J. Pulido

Anhand von zehn Initiativen zur Landschaftsplanung im Mittelmeerraum untersuchte das Team unter Leitung der Universitäten Göttingen und Kassel, wie sich diese auf die Waldbrandgefahr auswirkten. Die Modelle reichten von extensiver Beweidung mit Rindern, Schafen und Ziegen (zur Verringerung brennbarer Biomasse) über kontrolliertes Abbrennen bis hin zu Kooperationen zwischen Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Feuerwehren. Das Ergebnis: Als besonders erfolgreich erwiesen sich die Initiativen, die unterschiedliche Landnutzungsformen miteinander verknüpften, verschiedene gesellschaftliche Gruppen aktiv einbanden und ihre Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelten. Die Forschenden setzen sich deshalb dafür ein, dass sich Waldbrandmanagement von einer überwiegend reaktiven Brandbekämpfung hin zu einer langfristigen, präventiven Gestaltung widerstandsfähiger Landschaften wandelt.

„Waldbrände sind nicht nur ein Problem der Forstwirtschaft, sondern das Ergebnis komplexer Wechselwirkungen zwischen Klima, Landnutzung und gesellschaftlichen Entwicklungen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass erfolgreiche Waldbrandvorsorge ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ziele verbindet und relevante Akteurinnen und Akteure an einen Tisch bringt“, erklärt Erstautorin Dr. Elsa Varela vom Spanish National Research Council (CSIC), die als Humboldt-Stipendiatin am Lehrstuhl für sozial-ökologische Interaktionen in Agrarsystemen der Universitäten Göttingen und Kassel die Studie koordiniert hat. „Ein neuer Landschaftsansatz bietet die Chance, Waldbrandvorsorge mit Biodiversitätsschutz und nachhaltiger Landnutzung zu verbinden. Dadurch entstehen Lösungen, die ökologisch wirksam und gesellschaftlich tragfähig sind“, hebt Prof. Tobias Plieninger vom selben Lehrstuhl hervor. „Voraussetzung dafür sind stabile Kooperationen, langfristige Finanzierung und gemeinsame Lernprozesse zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis.“

Georg-August-Universität Göttingen


Originalpublikation:

Varela, E. et al. Capitalizing on integrated landscape approaches for wildfire risk mitigation in the Mediterranean region. iScience (2026). DOI: http://doi.org/10.1016/j.isci.2026.116741

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