VBIO

Biowissenschaftliche Zertifikate für spezifische Fachkunde

Verschiedene Fachgesellschaften verleihen nach Prüfung durch eine Kommission zusätzliche Titel, die die besonderen Fachkenntnisse im betreffenden Gebiet dokumentieren. Für bestimmte Tätigkeiten ist der Nachweis dieses Titels zwingende Voraussetzung.

Voraussetzungen, Anforderungen und Procedere unterscheiden sich je nach Fachgebiet stark. In der Regel muss der Antragsteller aber in dem betreffenden Bereich vollberufstätig sein. Feste Weiterbildungs-Curricula gibt es in der Regel nicht.

Wir haben grundlegende Informationen zu folgenden Fachausbildungen zusammengestellt:

Biowissenschaftliche Fachausbildungen

Fachimmunologe

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) erteilt auf Antrag die Bezeichnung „Fachimmunologe DGfI (englisch: consultant immunologist) an Mitglieder der DGfI. Die DGfI beurkundet durch Zuerkennung der Bezeichnung die Fähigkeitzur selbstverantwortlichen Forschung auf mindestens einem Gebiet der Immunologie, zur Bewertung experimenteller oder diagnostischer Laborbefunde und zur Empfehlung therapeutischer Maßnahmen.

Nach einem abgeschlossenen Studium der Medizin, Veterinärmedizin oder der Lebenswissenschaften (z. B. Biologie, Mikrobiologie, Biochemie, Pharmazie) muss eine mindestens fünf Jahre, (Vollzeit) zum Zeitpunkt der Antragstellung jedoch noch ausgeübte immunologische Tätigkeit nachgewiesen werden. Diese muss in einer von der DGfI als Weiterbildungsstätte anerkannten Einrichtung unter der Leitung von Fachimmunologen DGfI abgeleistet werden. Die Teilnahme an einer der Schulen der DGfI wird mit jeweils 6 Monate (max. 1 Jahr) anerkannt.

Weitere Informationen unter: https://www.dgfi.org/fachimmunologein

 

 

Fachausbildungen Mykologie

Pilzsachvertändiger

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) bildet in von ihr anerkannten Einrichtungen Pilzsachverständige (DGfM) aus, früher Pilzberater genannt, prüft sie und bietet Fortbildungsveranstaltungen an.
Voraussetzungen sind Begeisterung für Pilze, umfangreiche Artenkenntnis, Kenntnisse in Toxikologie, Anatomie und Morphologie, Ökologie und der Schutzbestimmungen. Etwas Erfahrung bzw. eine gewisse Dauer der Beschäftigung mit Pilzen sind von Vorteil.

Eine Liste mit Ausbildungsstätten sowie weitere Informationen finden Sie unter: https://www.dgfm-ev.de/ausbildung-und-service/pilzsachverstaendiger/


Fachberater für Mykologie univ. gepr.

Universitätsgeprüfte Fachberater beraten in ökologischen, agrarwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Fragen und klären über Speise- und Giftpilze auf. Die DGfM koordiniert und übernimmt die Verantwortung für die Ausbildung zum "Fachberater für Mykologie, univ. gepr.". Das Curriculum, das an staatlichen Instituten angeboten wird, befähigt zur Gutachtertätigkeit über Pilzbefall in/an Bauten, in Kliniken, Nahrungsmitteln, an Werkstoffen und Kunstgegenständen.

Weitere Informationen unter: https://www.dgfm-ev.de/ausbildung-und-service/fachberater-fuer-mykologie/

 

Fachparasitologe DGP

Einige Behörden und Institutionen hinterfragen zunehmend die Qualifikation der bei ihnen beschäftigten oder neu einzustellenden Personen. Daher findet die Bezeichnung Fachparasitologe DGP / Fachparasitologin DGP nach einigen Jahren völliger Abstinenz wieder reges Interesse.

Anerkannte Ausbildungsstätten sind in- und ausländischen medizinischen, veterinärmedizinischen und naturwissenschaftlichen Forschungsstätten unter Leitung eines habilitierten oder anerkannten Parasitologen oder einer Parasitologin. Die Teilnahme an speziellen Kursen derartiger Institute des In- und Auslandes wird auf die geforderte Ausbildungszeit von 4 Jahren angerechnet. Abschließend ist ein Kolloquium zu absolvieren.

Die Voraussetzungen und Modalitäten, die zum Führen dieser Bezeichnung berechtigen, finden Sie unter: http://www.dgparasitologie.de/

Fachwissenschaftler für Versuchstierkunde

Die Versuchstierkunde ist eine Basiswissenschaft der biologisch medizinischen Forschung. Sie hat zum Ziel:

  1. die Erarbeitung standardisierter Methoden zur tierschutzgerechten Haltung und Pflege von Versuchstieren,
  2.  die Beratung der Experimentatoren bei der Versuchsplanung,
  3. die Optimierung experimenteller Grundlagen zum Tierversuch und
  4. die sachgerechte Durchführung von Tierversuchen nach medizinischen, biologischen und tierschützerischen Grundsätzen.

Der Fachtitel "Fachwissenschaftler/-in Versuchstierkunde GV-SOLAS / Expert for Laboratory Animal Science GV-SOLAS" soll es den auf diesem Gebiet tätigen Wissenschaftlern/-innen ermöglichen, als sachverständig anerkannt zu werden. Mit der Zuerkennung dieses Fachtitels will die Gesellschaft für Versuchstierkunde (GV-SOLAS) eine eindeutige Abgrenzung gegenüber Personen erreichen, die an der Führung der Bezeichnung Versuchstierkundler nicht gehindert, aber nach den Grundsätzen der GV-SOLAS nicht als versuchstierkundliche Wissenschaftler/-innen angesehen werden können. Der Fachtitel ist an die Mitgliedschaft in der GV-SOLAS gebunden. Die Vergabe erfolgt durch den Vorstand auf Empfehlung der zuständigen Kommission.

Weitere Informationen unter: http://www.gv-solas.de/


Eine Übersicht über die in Deutschland derzeit angebotenen und von der GV-SOLAS zertifizierten Kurse für Personen, die im Tierexperiment mitarbeiten (vergleichbar Kategorie FELASA B und/oder C) finden Sie hier.