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Partner des Florigens entdeckt: Lipide kontrollieren den Zeitpunkt der Blüte

Den Blühvorgang einzuleiten, ist eine (über-)lebenswichtige Entscheidung für Blütenpflanzen. Denn die Blüte ist Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Reproduktion und damit für den evolutionären Erfolg einer Art. Blüht eine Pflanze, wenn die Umweltbedingungen ungünstig sind, stehen ihre Fortpflanzungschancen schlecht. Nur wenn die Tageslänge, die Temperatur und die Nahrungssituation ideal sind, lohnt sich der aufwendige Prozesse der Blütenbildung. Bei Pflanzen, die durch Pollen von Artgenossen bestäubt werden, ist zudem entscheidend, dass diese zur selben Zeit blühen wie ihre Nachbarn.

 

Ein wesentlicher Faktor dabei ist die Tageslänge, die die Modellpflanze Arabidopsis thaliana über die Blätter wahrnehmen. Unter Langtagbedingungen führt ein Zusammenspiel aus Lichtrezeptoren und anderen Proteinen dazu, dass im Zellkern der Blätter der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) das Gen FLOWERING LOCUS T (FT, syn. Florigen) abgelesen wird. Das FT-Protein wandert bis in die Sprossspitze und bewirkt, dass anstelle der Blätter nun Blüten gebildet werden.

 

Dass es das „Blühhormon“ Florigen gibt, vermuteten Wissenschaftler schon vor rund 80 Jahren. Das FT-Gen wurde im Jahr 1999 entdeckt. Damals war jedoch noch nicht bekannt, dass es sich dabei um den lang gesuchten Blüteninduktor Florigen handelt. Dieser Zusammenhang wurde erst weitere fünf Jahre später geklärt. Weil das Florigen für alle Blütenpflanzen von essentieller Bedeutung ist, wurde es intensiv beforscht. Die Untersuchungen zeigten, dass das kleine, mobile Protein in einem Komplex wirkt, den die Forscher als “Florigen-Aktivierungs-Komplex“ bezeichnen. Mit welchen Molekülen das Florigen-Protein jedoch genau zusammenspielt, um die Blütenbildung zu starten, war bisher kaum verstanden. Lesen Sie mehr unter: www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/partner-des-florigens-entdeckt-lipide-kontrollieren-den-10232/