VBIO

VBIO zur Ausbildung von Biologielehrern

Biologielehrerinnen und Biologielehrer bereiten sich langfristig auf ihre Arbeit in den Schulen vor. Die Entscheidung für ein Lehramtsstudium an einer Hochschule oder Universität wird meistens bei Studienbeginn gefällt, manchmal nach Abschluss eines polyvalenten Bachelors. Im Zwei-Fach-Bachelorstudium werden die Inhalte der Fächer, also der Biologie als Fachwissenschaft studiert und „General Studies“ wie Kommunikationskompetenz und Methodenkompetenz.

Das Studium

Der Masterstudiengang beginnt an einigen Hochschulen mit einer Eignungsprüfung für das Lehramt. Den inhaltlichen Kern des weiteren Lehramtsstudiums bilden Fachwissenschaftliche Module, die Bildungswissenschaften und die Fachdidaktik Biologie.

Den Abschluss des Studiums bildet die Masterprüfung oder in wenigen Bundesländern auch das Erste Staatsexamen. Die Lehramtsstudierenden haben bildungswissenschaftliche, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Kompetenzen nachzuweisen. Insbesondere die professionsbezogenen Standards sollen gewährleisten, dass Studierende mit vergleichbaren Studieninhalten zu ihrem Berufsziel gelangen.

Grundlegend sind zwei Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz, die mit den Bundesländern abgestimmt wurden:

1.           Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.12.2004 i. d. F. vom 12.06.2014)

2.           Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.10.2008 i.d. F. vom 12.10.2017)

Ziel der Lehrerbildung ist die Entwicklung einer für den Biologieunterricht tragfähigen Fachlichkeit und die Entwicklung von Reflexionsfähigkeit für Vermittlungsprozesse, die das Verstehen von Biologie auf der Grundlage von Konzepten des Faches, der Wissenschaftlichkeit der Denk-, Arbeits- und Forschungsmethoden sowie der ethischen und gesellschaftlichen Bewertung in Anwendungsbereichen fördern.

Die Reflexionsfähigkeit ist Teil pädagogischer Professionalität. Sie wird mit dem Stichwort „reflective practitioner“ verknüpft und soll als Kernaufgabe der Lehrkräftebildung gewährleisten, dass Lehrinnen und Lehrer theoriebasiert und lernerbezogen handeln können. Um dieses Ziel zu erreichen findet schon während des Studiums eine unterrichtsbezogene Anbindung statt: als Fachpraktikum, Unterrichtspraktikum oder in Form eines Praxissemesters.


Referendariat

Ungeachtet dieser frühen Vernetzung mit dem unterrichtlichen Handlungsfeld in der Schule hat der Vorbereitungsdienst, das Referendariat, einen eigenständigen Wert als schulpraktisch ausgerichtete Ausbildungsphase, die mit dem Zweiten Staatsexamen abschließt. Die für die Lehrerbildung ausgewiesenen Standards (s.o.) sind weiter gültig und erfahren in dieser Professionalisierungsphase eine Vertiefung.

In allen Phasen der Lehrerbildung sollen Akteure aus den Hochschulen und den Einrichtungen des Vorbereitungsdienstes (Studienseminare) und aus den Schulen in geeigneter Form zusammenwirken. Besondere Bedeutung kommt erfahrenen und fachdidaktisch geschulten Mentorinnen und Mentoren zu, die den Lehrkräftenachwuchs im Handlungsfeld unterstützen.

Idealerweise arbeiten die Personengruppen zur Sicherung der Ausbildungsqualität kontinuierlich zusammenarbeiten und partizipieren an den Arbeitsergebnissen der jeweils anderen in geeigneter Weise.


Zusammenarbeit zwischen Schulbiologie und Didaktik

Im VBIO entwickelt sich eine Zusammenarbeit zwischen der Sektion Fachdidaktik im VBIO (FDdB)und dem Arbeitskreis Schulbiologie im VBIO (AK Schulbiologie). Gemeinsames Ziel von Fachdidaktik und Schulpraxis ist ein „guter“ Biologieunterricht, der ständig verbessert werden soll. In wechselwirkender Weise wird ein gewinnbringender Austausch den Biologieunterricht vorantreiben und die Impulse aus der Praxis werden die fachdidaktische Forschung konstruktiv beeinflussen.

Diese Bemühungen bedürfen geeigneter Kooperations-, Kommunikations- und Rückmeldestrategien zwischen allen Akteuren. Während der Tagung der FDdB im September 2017 in Halle wurden im Rahmen eines RoundTable Gesprächs folgende Aspekte für die Weiterarbeit benannt:

  • Wie kann die Zusammenarbeit von fachdidaktischer Forschung und Schulpraxis nachhaltig verbessert werden?
  • Welche Rolle können und sollten dabei Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler bzw. junge Lehrkräfte einnehmen?
  • Wie kann die Lehramtsaus- und Weiterbildung gestaltet werden, um Lehrkräfte für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen fachdidaktischer Forschung und Schulpraxis zu motivieren und qualifizieren?

Diese Fragen werden bei im Rahmen der jährlichen Arbeitstreffen des AK Schulbiologie weiter bearbeitet.