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Winziger Krebs mit großem Namen - Neu entdeckte Art zum Gedenken an Meeresforscher Türkay benannt

Senckenberg-Wissenschaftler haben im Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer zwei neue Krebsarten entdeckt. Die Tiere wurden während zwei Expeditionen aus Tiefen zwischen 522 und 1162 Metern aus dem Ozean geborgen und als neue Arten der Gattung Munidopsis beschrieben. Eine der neuen Krebsarten wurde im Gedenken an den und zu Ehren des verstorbenen Senckenberger Meeresforscher und Crustaceenexperten Professor Michael Türkay benannt. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Zootaxa“.

 

Der Springkrebs ist nur etwa 7 Millimeter groß, hat einen durchscheinend weiß-rosa Panzer und fühlt sich in Wassertiefen zwischen 539 und 578 Metern wohl – bisher lebte er dort unentdeckt und namenlos. „Das hat sich mit unserer Expedition im Jahr 2012 geändert. Während dieser haben wir den winzigen Krebs – und einige weitere Arten der Gattung Munidopsis – aus dem Wasser geholt“, erklärt Dr. Lydia Beuck von Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven.

 

Eigentlich war die Meeresbiologin – gemeinsam mit Professor André Freiwald, Abteilungsleiter für Meeresforschung – zur Erforschung von Kaltwasserkorallen in See gestochen. „Die von uns während der Expeditionen mit den Forschungsschiffen SONNE und Maria S. Merian gefangenen Krebse leben teilweise in den selben Habitaten wie die Kaltwasserkorallen, die zu unserem Forschungsschwerpunkt gehören. Und was man fängt, wird auch untersucht“, erläutert Beuck.

Insgesamt fünf verschiedene Springkrebs-Arten konnte das Wissenschaftler-Team bestimmen – zwei Arten waren bisher noch unbekannt und wurden neu beschrieben. „Eine der neuen Arten – Munidopsis tuerkayi – haben wir nach unseren guten Freund und Kollegen Professor Michael Türkay benannt“, fügt Freiwald hinzu.

 

Michael Türkay war im September vergangenen Jahres im Alter von nur 67 Jahren verstorben. Seine Senckenberg-Laufbahn begann im Alter von 16 Jahren als freier Mitarbeiter der Crustaceensektion. Nach dem Abschluss seines Biologie-Studiums war er ab 1976 als Wissenschaftlicher Assistent in der Sektion Crustaceen tätig; nach seiner Promotion 1983 wurde er Kustos und Leiter dieser Sektion. Seit dem Jahr 1989 leitete er die Abteilung Marine Zoologie, ein Amt das er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Juni 2013 innehatte und welches er kommissarisch noch bis Ende 2014 weiterführte. Über viele Jahre war er Leiter der Senckenberg Schule sowie Mitglied im Senckenberg-Direktorium.

 

Neue Tier- oder Pflanzenarten erhalten ihren wissenschaftlichen Namen von den Forschern, die sie erstmals detailliert beschreiben. Der Name benennt, meist in lateinischer oder griechischer Sprache, die Gattung und die Art. Der Gattungsname ist dabei festgelegt, der Artname dagegen frei wählbar. Im Rahmen des BIOPAT-Programms (www.biopat.de) können die auch die Namen von Privatpersonen – gegen eine Spende –„verewigt“ werden, indem neu entdeckte Tier- oder Pflanzenart nach dem Spender getauft werden.

 

„Professor Türkays wissenschaftliche Begeisterung galt den Krebstieren und der marinen Zoologie – zahlreiche Erstbeschreibungen und hunderte wissenschaftliche Veröffentlichungen belegen seine außerordentliche Kompetenz auf diesem Gebiet. Ich denke, er hätte sich über unsere Namensgebung des kleinen Springkrebses gefreut“, schließt Beuck.

 

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MACPHERSON, ENRIQUE; BEUCK, LYDIA; FREIWALD, ANDRÈ (2016): Some species of Munidopsis from the Gulf of Mexico, Florida Straits and Caribbean Sea (Decapoda: Munidopsidae), with the description of two new species. Zootaxa, [S.l.], v. 4137, n. 3, p. 405–416, doi: 10.11646/zootaxa.4137.3 Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen biotaxa.org/Zootaxa/article/view/zootaxa.4137.3.7