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Frustration statt Motivation durch W-Besoldung

Mit der Einführung der W-Besoldung ist das Grundgehalt für Professoren gesunken. Dafür wurden Zulagen bei der Berufung, bei Bleibeverhandlungen und für besondere Leistungen in Lehre und Forschung eingeführt. Viele engagierte Hochschullehrer sehen ihre Leistung dennoch nicht ausreichend gewürdigt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Sozialwissenschaftlerin Linda Jochheim von der Universität Bochum, für die 275 W-besoldete Professoren an 87 deutschen Universitäten befragt und zusätzlich 40 weitere Personen interviewt worden sind. Für Frustration unter den Professoren sorge, dass weder klare Kriterien noch hinreichende Mittel für die Vergabe von Leistungszulagen vorhanden seien. Ein Großteil des universitären Personalbudgets werde für die Zulagen aus Berufungs- und Bleibeverhandlungen aufgezehrt, so dass Gelder für die Prämierung besonderer Leistungen fehlten.

 

So gaben 75 Prozent aller Befragten in der Studie an, die W-Besoldung führe nicht zu einer verstärkten Würdigung ihrer Forschungsarbeit; sogar 92 Prozent sagten das über die Lehrtätigkeit. Eine große Mehrheit lehnte auch die Aussage ab, die W-Besoldung steigere die Qualität von Lehre und Forschung. Stattdessen empfanden es die Befragten als langwierig und zeitraubend, die Leistungszulagen zu beantragen. Die Studie zeigte zugleich, dass Geisteswissenschaftler seltener beziehungsweise geringere Leistungszulagen erhalten als ihre Kollegen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Trotzdem befürworteten auch Geisteswissenschaftler prinzipiell die leistungsbezogene Besoldung. Deutscher Hochschulverband (DHV) rubin.rub.de/de/w-besoldung-verfehlt-oft-ihren-zweck