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BIO Deutschland empfiehlt Maßnahmen zur Innovationsfinanzierung in Deutschland

Die Arbeitsgruppe (AG) Finanzen und Steuern des Biotechnologie-Industrieverbands BIO Deutschland veröffentlicht heute ein neues Positionspapier zum Thema Innovationsfinanzierung. Das Papier greift damit das Problem der fehlenden Finanzierung für junge und innovative Wachstumsunternehmen in Deutschland auf. Im Rahmen einer Analyse wurden verschiedene Finanzierungsinstrumente, die entweder auf Unternehmens- und/oder Investorenebene wirken und das Potenzial haben das Ökosystem für Innovationsfinanzierung in Deutschland zu verbessern, untersucht und bewertet. Basierend auf den Ergebnissen tritt BIO Deutschland dafür ein, den INVEST-Zuschuss für Wagniskapital auf alle Investoren sowie alle Kapitalgeber zu erweitern und das Fondsvolumen zu erhöhen. Zusätzlich müssten auch Investitionen in junge, innovative Unternehmen bezogen auf Gewinne von Werterhöhungen bzw. Kurssteigerungen steuerfrei gestellt werden. Außerdem sollte ein Innovationsfonds eingeführt werden. Auf Unternehmensebene ist es geboten, das zur Verfügung stehende Kapital durch Steuergutschriften zu erhöhen.

 

Gesundheit und Nachhaltigkeit sind zentrale Anwendungsbereiche für die Biotechnologie. „Deutschland ist ein Land, das in vielen Bereichen kontinuierlich bahnbrechende Innovationen hervorbringt. Deren Entwicklung muss allerdings erst finanziert werden, bevor sie sich positiv auf die Wirtschaft auswirken können“, betont Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender von BIO Deutschland. „Diese Finanzierung stellt aber ein großes Problem insbesondere für die innovative Biotechnologie in Deutschland dar. Wir brauchen dringend effektive Maßnahmen, um die Innovationsfinanzierung in Deutschland zu erhöhen, damit wir auch im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben“, führt Heinrich weiter aus.

 

Die Analyse der AG Finanzen und Steuern untersuchte die Effekte einer Befreiung von der Abgeltungssteuer, des INVEST – Zuschuss für Wagniskapital, einer Einführung eines Deutschen Innovationsfonds (DIF) sowie eine Einführung von Steuergutschriften in verschiedenen Ausgestaltungen (sog. Tax Credits) auf Investoren- und Unternehmensebene unter Beachtung der Belastung für den Staat.

 

„Die Auswertung unserer Analyse zeigt, dass das Risiko der Investitionen tendenziell mit der Abgeltungssteuer steigt“, erklärt Dirk Honold, Co-Leiter der AG Finanzen und Steuern die zentralen Ergebnisse der Analyse. „Mit dem Förderprogramm INVEST-Zuschuss für Wagniskapital des Bundeswirtschaftsministeriums verringert sich das Risiko dagegen“, erläutert Honold weiter. Außerdem werde deutlich, dass aus Sicht des Staates der INVEST-Zuschuss für Wagniskapital am effizientesten sei.

 

Oliver Schacht, ebenfalls Co-Leiter der AG Finanzen und Steuern, fasst die Empfehlungen zusammen: „Wir brauchen dringend Veränderungen im gesamten Ökosystem für Innovationsfinanzierung, um mehr Eigenkapital zu mobilisieren. Aus unserer Sicht ist eine Kombination aus einer Ausweitung des INVEST-Programms, der Einführung eines deutschen Innovationsfonds und Steuergutschriften für Unternehmen zielführend und realisierbar“. „Zusätzlich sollten aber auch Investitionen in junge, innovative Unternehmen bezogen auf Gewinne von Werterhöhungen bzw. Kurssteigerungen steuerfrei gestellt werden, wie dies bis 2008 der Fall war“, ergänzt Schacht das Maßnahmenpaket. In die gleiche Richtung zielten auch Vorschläge wie das „1 % für die Zukunft Modell“ einer Gruppe von Unternehmern aus der deutschen Biotechnologie.

 

Neben der Analyse und Empfehlungen gibt BIO Deutschland in seinem Positionspapier außerdem auch Anregungen für die steuerrechtliche Umsetzung der einzelnen Maßnahmen unter Berücksichtigung beihilferechtlicher Aspekte. BIO Deutschland www.biodeutschland.org/positionspapiere.html