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Die GEW fordert: „Fünf Milliarden für 5.000 Tenure-Track-Professuren“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich für eine deutliche Aufstockung des von Bund und Ländern geplanten Programms für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgesprochen. „Wir brauchen an den Universitäten zusätzlich 5.000 Tenure-Track-Professuren. Nur dann kann der Bedarf an zusätzlichen Hochschullehrerinnen und -lehrern gedeckt werden. Und nur so können Bund und Länder einen wirksamen Impuls für die Schaffung verlässlicher Karrierewege geben“, sagte der stellvertretende Vorsitzende und Hochschulexperte der GEW, Andreas Keller, am Donnerstag in Berlin. Er bezog sich auf Berechnungen, die Anke Burkhardt vom Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg in einer wissenschaftlichen Expertise vorgelegt hat. Keller bezifferte die Kosten für die Professuren inklusive einer aufgabengerechten Ausstattung auf rund fünf Milliarden Euro. Bund und Länder verhandelten derzeit über ein Nachwuchsprogramm mit einem Volumen von einer Milliarde Euro.

 

Darüber hinaus formulierte der GEW-Vize qualitative Anforderungen an das geplante Programm. „Niemandem ist geholfen, wenn Bund und Länder erneut befristet Geld ins System pumpen und der Effekt nach wenigen Jahren verpufft ist. Wir brauchen ein nachhaltiges Förderprogramm. Die Hochschulen müssen zusagen, die mit dem Programm geschaffenen Stellen auf Dauer zu finanzieren. Darüber hinaus dürfen nur Hochschulen zum Zuge kommen, die ein schlüssiges Personalkonzept vorlegen, das für verlässliche Karrierewege, Dauerstellen für Daueraufgaben und eine aktive Gleichstellungspolitik sorgt“, unterstrich Keller. Mindestens 50 Prozent der Stellen müssten mit qualifizierten Wissenschaftlerinnen besetzt werden. „Nur eine von fünf Professuren ist von einer Frau besetzt. Das neue Programm muss daher auch zur überfälligen Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beitragen – durch eine verbindliche Quotierung“, betonte der GEW-Hochschulexperte.

 

Keller machte deutlich, dass ein Programm für den wissenschaftlichen Nachwuchs die überfällige substanzielle Verbesserung der Grundfinanzierung der Hochschulen nicht ersetze. „Bevor Bund und Länder grünes Licht für eine Fortsetzung der milliardenschweren Exzellenzinitiative geben, müssen sie die Weichen für eine bessere Grundfinanzierung der Hochschulen stellen. Bund und Länder sollten die Möglichkeiten des 2014 gelockerten Kooperationsverbots für eine Entfristungsoffensive nutzen, die neben der Professur auch genügend Dauerstellen für Daueraufgaben in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement schafft“, erklärte der GEW-Vize. GEW