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Föderalismus: Bis zu 1.300 Euro Differenz bei monatlichem Grundgehalt von Professoren - DHV legt Ranking nach Abschluss der W-Besoldungsreform vor

Auf bis zu 1.100 Euro können sich die Gehaltsunterschiede nach der Reform der W-Besoldung in Bund und Ländern im W2-Grundgehalt summieren. Beim W3-Grundgehalt klafft die Föderalismusschere im Extremfall sogar um mehr als 1.300 Euro brutto monatlich auseinander. Dies geht aus einer aktuellen Übersicht des Deutschen Hochschulverbandes hervor, die die Zeitschrift "Forschung & Lehre" in ihrer Mai-Ausgabe veröffentlicht.

 

Mehr als drei Jahre nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 14. Februar 2012 zur Verfassungswidrigkeit der W-Besoldung haben Bund und Länder ihre Besoldungsgesetze novelliert. Bis auf Baden-Württemberg und Berlin, die W1-Professoren einen Zuschlag von 300 bzw. 200 Euro auf das Grundgehalt gewähren, blieben die Juniorprofessuren in den Gesetzesnovellen ausgespart.

 

Ohne Berücksichtigung der von einigen Gesetzgebern in die W-Besoldung neu eingeführten Erfahrungsstufen mit Gehaltsaufstieg nach fünf bzw. sieben Jahren ist bei den W3-Grundgehältern Baden-Württemberg Spitzenreiter eines föderalen Besoldungsrankings. (6.452,90 Euro). Letzter ist Rheinland-Pfalz (5.607,43 Euro), vorletzter Thüringen (5.625,84 Euro). Auch bei W2 führt Baden-Württemberg das Ranking ohne Erfahrungsstufen an (5.684,44 Euro). Schlusslicht ist erneut Rheinland-Pfalz (4.991,05 Euro), das nur knapp von Berlin (4.994,78 Euro) übertroffen wird.

 

Berücksichtigt man das beim Bund, in Bayern, Hessen und Sachsen eingeführte Erfahrungsstufensystem, so ist im Bereich W3 der Bund mit Blick auf die letzte Erfahrungsstufe Spitzenreiter (6.910,95 Euro). Auch beim W2-Grundgehalt liegt der Bund in der letzten Erfahrungsstufe vorn (6.060,38 Euro) vor Hessen (5.789,72 Euro). Ohne Rechtsanspruch können in der W-Besoldung die Grundgehälter im Einzelfall durch leistungsbezogene Zuschläge erhöht werden. Deutscher Hochschulverband (DHV) www.forschung-und-lehre.de/wordpress/