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EU-Kommission zukünftig ohne wissenschaftliche Expertise?

Wissenschaftliche Expertise wird in der EU nicht mehr gebraucht - dies ist zumindest die Meinung von neun verschiedenen NGOs, die in einem Brief an den zukünftigen EU-Präsidenten Jean-Claude Juncker die Abschaffung der Stelle der wissenschaftlichen Chefberaterin des Präsidenten der Europäischen Kommission fordern. Ihre Kritik richtet sich dagegen, dass sich bei dieser Stelle zuviel Einfluss in einer Person konzentrieren würde. Die Organisationen haben offensichtlich ein Problem damit, dass die zur Zeit amtierende wissenschaftliche Beraterin Anne Glover insbesondere im Bereich genetisch veränderter Pflanzen nicht die Meinung verschiedener NGOs vertritt. Hier wird frei nach dem Motto gehandelt „wenn man die Wissenschaft nicht ändern kann, dann schaffen wir die Wissenschaftler eben ab“. Dies lehnt der VBIO ausdrücklich ab. Eine wissenschaftliche, unabhängige und fachlich kompetente Beratung des Präsidenten der EU zu allen Aspekten der Bereiche Wissenschaft, Technik und Innovation sollte sich auf die Urteile verlassen, zu denen die Mehrheit der Wissenschaftler weltweit durch experimentelle Daten gekommen sind. Die Position der wissenschaftlichen Chefberaterin abzuschaffen, weil sie Ihrer Aufgabe, den weltweiten Konsens der Wissenschaft zu vertreten, nachgekommen ist, wäre nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch unzweckmäßig.

 

Aus diesem Grund hat der VBIO einen Brief der britischen Organisation „sense about science“ an den zukünftigen EU-Präsidenten Jean-Claude Juncker mitgezeichnet, indem verschiedenste Wissenschaftsorganisationen fordern, die Position der wissenschaftlichen Chefberaterin beizubehalten.


Nachtrag:
Einen interessanten Hintergrundartikel finden SIe unter http://www.euractiv.com/sections/science-policymaking/glover-eu-chief-scientist-should-stay-shadows-307768

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