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Plus-MINT - Neue Bildungsinitiative will TOP-Talente nachhaltig fördern

Mit dem Verein zur MINT-Talentförderung e.V. startet eine neue, bundesweite Bildungsinitiative, die zum Ziel hat, TOP-Talente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) von der 9. bis zur 12. Klasse in MINT-Nachwuchs-Leistungszentren zu fördern. Gründungspartner sind der Verein Deutscher Ingenieure (VDI), die Siemens Stiftung sowie die Internate Louisenlund in Schleswig-Holstein, St. Afra in Sachsen und Birklehof in Baden-Württemberg. Wissenschaftlicher Partner ist das Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel.

 

"Die Idee ist so einfach wie überzeugend", sagt Dr. Peter Rösner, selbst Leiter der Stiftung Louisenlund und Vorsitzender der neu gegründeten Initiative: "Wir haben in Deutschland 54 Nachwuchs-Leistungszentren für den Fußball – und wir freuen uns über die sportlichen Erfolge der Nationalmannschaft. Unser Ziel ist es, in jedem Bundesland in der Zukunft wenigstens ein Nachwuchs-Leistungszentrum für die TOP-Talente im MINT-Bereich zu haben. Wir wollen Mädchen und Jungen, deren Talent Mathematik oder Technik ist, ebenso konsequent fördern, wie es der Sport im Fußball auch tut."

 

In einer so verstandenen Spitzenförderung kommen besonders talentierte Mädchen und Jungen als Gruppe zusammen und profitieren in den Internaten von einer lebendigen Gemeinschaft, grundständiger Persönlichkeitsbildung sowie von mehr Zeit für Kreativität, Sport, Tüfteln und Forschen. Rösner: "Wir denken an junge Menschen, die schon einmal bei Jugend forscht oder bei der Mathematik-Olympiade erfolgreich teilgenommen haben".

 

Der neu gegründete Verein legt hierzu ein Programm "plus-MINT" auf. Rösner: "Wir brauchen die beste Bildung für die besten Talente". Ganzheitliche Spitzenförderung sei im Bereich des Sports und der Musik anerkannt, dieses Modell soll nun auf den MINT-Bereich übertragen werden. Mit dem plus-MINT-Programm in den Internaten entstehen Kosten von rund 35.000 Euro pro Schülerin und Schüler pro Jahr. Da der Zugang zu diesem Programm unabhängig von der sozialen Herkunft sein muss, werden die Plätze durch Stipendien finanziert. Rösner hofft dabei auf viele Partner, denen die nachhaltige Förderung von TOP-Talenten ein Anliegen ist: "Wir haben Finanzierungszusagen von Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Einzelpersönlichkeiten". Je mehr mitmachen, desto mehr Talente können gefördert werden.

 

Die aktuelle Entwicklung der Bildungspolitik in Deutschland stützt die Ziele des Vereins: Die Bundesregierung sieht in ihrem Koalitionsvertrag vor, mit den Ländern ins Gespräch zu kommen, nach dem Vorbild der Eliteschulen des Sports TOP-Talente speziell in der Informatik zu fördern. Und auch die Kultusministerkonferenz (KMK) hat im Sommer 2015 ein Papier zur Stärkung der Talentförderung verabschiedet. Rösner: "Wir brauchen in diesem Land eine Diskussion über die Förderung unserer zukünftigen Leistungs-Eliten, wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen."

 

Mit plus-MINT sollen TOP-Talente bereits zu Schulzeiten optimal gefördert werden. Rösner: "Wir wollen durch die Nachwuchsförderung auch dazu beitragen, den Innovationsvorsprung unserer Unternehmen in der Chemie, der Mobilität, der Energietechnik oder dem Maschinenbau zu halten sowie in wichtigen Schlüsseltechnologien wie Informatik und Biotechnologie aufzuholen." Auch Ralph Appel, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure ist von einer nachhaltigen MINT-Talentförderung überzeugt: "In den MINT-Nachwuchs-Leistungszentren werden Talente gezielt in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gefordert und gefördert. So wird sichergestellt, dass junge Menschen frühzeitig gemeinsam die gesellschaftlichen Herausforderungen von heute und der Zukunft verstehen, innovative Lösungsvorschläge erarbeiten und dabei bestmögliche Unterstützung finden." Die Internate Stiftung Louisenlund in Schleswig-Holstein und Sankt Afra in Meißen starten die plus-MINT Talentförderung ab dem Schuljahr 2016/2017. Die Schule Birklehof e.V. in Baden-Württemberg bietet plus-MINT ab 2017/2018 an. In den Internaten werden junge MINT-Talente ab der 9. Klasse in Zusammenarbeit mit Universitäten, Wissenschaftsinstituten und Unternehmen zur Hochschulreife geführt. Nach einer Modellphase mit drei Internaten, soll das Programm auf weitere Internate ausgeweitet werden, mit dem Ziel, in jedem Bundesland mindestens ein Nachwuchs-Leistungszentrum für MINT-Talente aufzubauen.

 

Die Registrierung für den ersten plus-MINT Jahrgang ist ab sofort möglich für Schülerinnen und Schüler, die derzeit die 8. Klasse besuchen. Kriterien für die Auswahl der Stipendiaten sind überdurchschnittliche schulische Leistungen und nachgewiesenes Interesse und Talent im MINT-Bereich. Über die Website www.plus-mint.de können sich interessierte Schülerinnen und Schüler bis zum 31. Januar 2016 für ein Stipendium schriftlich bewerben. Die aussichtsreichsten Kandidaten für ein Stipendium werden zu Forschertagen in Louisenlund eingeladen, bei denen nicht nur aktiv geforscht, entwickelt und getüftelt wird, sondern auch die Entscheidung fällt, wer im ersten Jahrgang der MINT-Nachwuchs-Leistungszentren mitmachen kann. bildungsklick.de www.plus-mint.de