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HRK-Präsident kritisiert Gerichtsprozesse gegen Wissenschaftler

In einem offenen Brief an Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sowie Justizminister Abdulhamit Gul hat HRK-Präsident Professor Dr. Horst Hippler die in dieser Woche beginnenden Gerichtsprozesse gegen eine größere Gruppe türkischer Wissenschaftler scharf kritisiert.

In seinem Schreiben mahnt Hippler die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien an und verweist auf die grundlegende Bedeutung der akademischen Freiheit sowie der Freiheit der Meinungsäußerung. „Universitäten sind immer auch Orte der freien Meinungsäußerung“, so der HRK-Präsident. „Die gegenwärtige Welle von Prozessen gegen die Unterzeichner der Petition „We will not be a party to this crime!“ widerspricht jedwedem Verständnis von demokratischen Grundwerten. Die andauernden Repressionen gegen Hochschulangehörige in der Türkei stellen eine Absage an die akademischen Freiheiten dar.“

Die Beziehungen zwischen Hochschulen in der Türkei und Deutschland sind traditionell ausgesprochen eng. Bereits in der Vergangenheit hatte sich der HRK-Präsident wiederholt zur Bedrohung der akademischen Freiheiten in der Türkei geäußert. Hierbei hatte er stets seine Solidarität mit Hochschulangehörigen zum Ausdruck gebracht, die in der Türkei staatlichen Repressionen ausgesetzt sind.

Die in diesen Tagen in der Türkei beginnenden Prozesse richten sich gegen die Unterzeichner der Petition „Wir werden nicht Teil dieses Verbrechens sein.“ In dem im Januar 2016 publizierten Appell fordern regierungskritische Wissenschaftler ein Ende des Militäreinsatzes in den kurdisch geprägten Landesteilen der Türkei und mahnen eine friedliche Lösung des Konflikts an.

Das internationale Netzwerk Scholars at Risk ruft aktuell Hochschulen dazu auf, Unterstützerschreiben an die türkische Regierung zu senden.
HRK
https://www.hrk.de/fileadmin/redaktion/hrk/02-Dokumente/02-02-PM/HRK_President_open_letter_Turkey.pdf

07.12.2017

 

 
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