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Finde die Mikrobe des Jahres 2014!

Nostoc, die Mikrobe des Jahres 2014, ist eine Ausnahme in der Welt der Mikroorganismen: Sie ist nicht unsichtbar klein, sondern mit bloßem Auge in der Umwelt zu finden, etwa als runde „Teichpflaume“ oder grüne Gallerthülle. Aufmerksame Spaziergänger können sie in Teichen, Pfützen oder am Wegesrand entdecken. Die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) prämiert das beste Foto, das schönste Video, die kreativste Gestaltung rund um Nostoc.

 

Anzeiger für Sauberkeit

Die „Teichpflaume“, Nostoc pruniforme, lebt in sauberen Seen und Pfützen. Diese Art bildet eine gallertartige Hülle um die Nostoc-Fäden zum Schutz vor Umwelteinflüssen. Die Schleimkapseln können mehrere Zentimeter groß werden und sind mit bloßem Auge zu erkennen. Sie gelten als Anzeiger für ein intaktes Ökosystem. Auch die Art Nostoc commune können aufmerksame Spaziergänger entdecken: Ihre bis zu handtellergroßen, unregelmäßigen Schleimhüllen finden sich auf kargen Wiesen, Böden und Wegrändern

– und sogar auf Balkonen und gemähten Wiesen. Sie trocknen zu papierdünnen, unscheinbaren Schichten und überdauern so bis zum nächsten Regen, bei dem sie aufquellen und wieder sichtbar werden.

 

Urahn der Pflanzen

Nostoc-Arten bildeten vor 2,5 Milliarden Jahren erstmals über Photosynthese Sauerstoff und lieferten damit die Grundlage für unser heutiges Leben in einer Sauerstoff-reichen Atmosphäre. Nostoc gilt damit als Urahn und Vorläufer der heutigen Pflanzenwelt. Nostoc-Bakterien besiedeln Gewässer und nährstoffarme, steinige Oberflächen und sind daher wertvoll für die Ökologie karger Lebensräume. Viele Arten bilden Ketten aus Zellen, die sich spezialisiert haben: Manche Zellen in diesen Fäden sind für die Photosynthese zuständig, andere sorgen für die Stickstoffbindung und Fortbewegung. Einige Zellen bilden eine dicke Zellwand, mit deren Hilfe sie jahrelang Trockenheit überdauern.

 

Schon bei Goethe erwähnt

Beinahe hätte Nostoc Eingang in die Lyrik gefunden: Während eines Essens bei Johann Wolfgang von Goethe in Weimar fiel 1808 die Bemerkung, „dass man leicht glauben könne, der Messias könne aus Tremellen, die bei Gewitterregen zum Vorschein kommen als eine Gallerte, entstehen." Goethe wollte daraus ein Gedicht „Der Herr kommt“ verfassen, setzte diese Idee aber nie in die Tat um.

Vielleicht findet sich ein kreativer Nachfolger Goethes – oder ein moderner Science Slammer? Die Möglichkeiten, am Wettbewerb teilzunehmen sind breit gefächert!

 

Wettbewerb

Schüler/innen und Studierende können sich am Wettbewerb „Mikrobe des Jahres 2014“ beteiligen. Bis zum 15. September 2014 können Fotos, Videos oder andere kreative und künstlerische Gestaltungen rund um Nostoc bei der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) eingereicht werden (Adresse s. u.). Bitte Name, Adresse, Alter und Klasse bzw. Studienfach angeben sowie ggf. den Fundort durch Übersichtsfoto und Kartenausschnitt dokumentieren.

 

Preise

Unter den Einreichungen verlost die VAAM:

 

- Praktikumsplätze in Schülerlaboren und Instituten

- Bücher und Buchgutscheine von Springer Spektrum

- Kalender „Verborgene Welten 2015

- die beliebten Kuscheltiere „Giant Microbes“

 

Ausführliche Informationen und weitere Hinweise unter www.mikrobe-des-jahres.de.

VAAM www.mikrobe-des-jahres.de