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Gentechnisch veränderte Petunien auch in Deutschland - Untersuchungsbehörden bestätigen finnische Ergebnisse

Im April 2017 hat die finnische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Evira) gentechnische Veränderungen in orangeblühenden Petunien verschiedener Handelsnamen nachgewiesen (siehe auch Fachmeldung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom 04.05.2017). Die Überwachungsbehörden einiger Bundesländer haben Probenahmen in mehreren deutschen Betrieben entlang der Erzeugerkette angeordnet. In Laboruntersuchungen (PCR-Analysen) wurde geprüft, ob gentechnisch veränderte DNA-Abschnitte in den Proben nachweisbar sind. Die deutschen Länderbehörden stellten mittlerweile gentechnische Veränderungen in 6 der in Finnland identifizierten Petunien sowie in weiteren 20 Petunien mit anderen Handels- bzw. Züchternamen fest. Die betroffenen Betriebe (Händler, Vermehrungsbetriebe oder Züchter) in Deutschland, die diese Petunien in ihrem Sortiment haben, sind angewiesen worden, die Pflanzen aus dem Verkehr zu nehmen und zu vernichten. Sie haben ihre Lieferanten und Abnehmer über die Befunde informiert.

 

Die in Finnland identifizierten Petunien stammen aus Deutschland und aus den Niederlanden. Auch in den Niederlanden wurden die finnischen Ergebnisse für drei Sorten mittlerweile bestätigt. In drei weiteren Petunien mit anderen Handelsnamen wurden ebenfalls gentechnische Veränderungen identifiziert. Die Namen (Handels- oder Züchternamen) der in Deutschland und den Niederlanden identifizierten gentechnisch veränderten Petunien sind in Tabelle 1 aufgelistet.

 

Am 16.05.2017 informierte das US amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) über Untersuchungen von orange, rot und lila blühenden Petunien. In mehreren auf dem Markt befindlichen Sorten wurden gentechnische Veränderungen identifiziert. Da diese Sorten auch in den USA keine Genehmigung haben, wurde der Handel als auch die Züchter aufgefordert, die betroffenen Petuniensorten aus dem Vertrieb zurückzuziehen bzw. zu vernichten.

 

Als Quelle der gentechnischen Veränderung werden aktuell mehrere Entwicklungswege verfolgt. Eine abschließende Erkenntnis liegt noch nicht vor. Nachgewiesen wurden bisher einige in gentechnisch veränderten Pflanzen häufig vorkommende Elemente (P-35S, P-nos, T-35S), ein Selektionsmarker (nptII) bzw. ein Konstrukt aus diesen (P-nos/nptII). Daneben konnte auch ein Konstrukt mit P-35S und einem Mais-Gen (A1) amplifiziert werden. Für den PCR-Nachweis stehen validierte amtliche Untersuchungsverfahren (§28b GenTG) zur Verfügung (Tabelle 2). Untersuchungen zur molekularen Charakterisierung und Identifizierung des Ursprungs der gentechnisch veränderten Petunien sind weiterhin in Gang.

 

Das BVL stimmt mit weiteren zuständigen Behörden in der Bewertung überein, dass die aktuell verfügbaren Informationen keinen Anlass geben, aus dem Vorkommen der gentechnisch veränderten Petunien auf dem Markt Risiken für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt abzuleiten. Bei Petunien handelt es sich um einjährige Zierpflanzen. Weder die Pflanzen noch das Saatgut sind winterhart.

 

Über wichtige Entwicklungen zu diesem Vorgang wird das BVL weiter informieren. BVL