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Translationale Medizin

Was verbirgt sich hinter der  translationalen, also der "übersetzenden Medizin"? Oder ist es eher die übersetzte Medizin? Translationale Medizin ist nicht sehr eng definiert. Die häufigsten Schlagworte, die man in Zusammenhang mit translationaler Medizin liest, sind „from bench to bedside“, was soviel bedeutet wie ein Brückenschlag vom Labor zur Klinik bzw. Krankenbett.


Nicht wirklich neu

Translationale Medizin ist nicht wirklich neu. Es geht in vereinfachter Form darum, Wissen um biologische Prozesse erfolgreich in Therapien beim Menschen umzusetzen. Dieser Prozess von der Forschung im Labor, über Präklinik und Klinik ist heutzutage mühsam, zeitaufwändig und sehr teuer. Von tausenden Wirkstoffen schaffen es nur ganz wenige in die Zulassung zur klinischen Anwendung. Konsens ist, dass mit den gängigen Rahmenbedingungen und Prozessen, die Entwicklung neuer Wirkstoffe zu langsam und ineffektiv ist. Die Förderung, Ausweitung und Verbesserung der translationalen Forschung soll den Übergang von Labor (bench) zur Anwendung im Patienten (bedside) beschleunigen. Ebenso soll gewährleistet werden, dass Wissen aus der Klinik besser in die Laborforschung eingebracht wird („from bench to beside and back“).


Weiterentwicklung von Biomarkern

Ein wichtiger Aspekt in der translationalen Forschung, neben intensiver Kommunikation, ist die Weiterentwicklung von Biomarkern. Diese sind für verschiedenste Anwendungen wichtig. Zum einen ermöglichen manche Biomarker, Prädispositionen zu erkennen und Krankheiten in einem sehr frühen Stadium zu diagnostizieren. Des Weiteren erlauben Biomarker oft eine differenziertere Diagnose von Krankheiten, beispielsweise bei bestimmten Krebsarten. Basierend auf dieser Diagnose können dann Therapiemaßnahmen besser angepasst werden. Biomarker an sich sind wiederum nichts Neues. Jedes Blutbild gibt eine Aufstellung von Biomarkern, Bestandsaufnahme von Cholesterinwerten, Enzymen, etc. Andere, neuere Biomarker können z.B. Veränderungen in Genexpression und metabolischen Parametern darstellen. Dies ist wichtig um physiologische und genetische Prozesse in Zellen und Geweben zu messen, z.B. um die Ursache von Krankheiten zu verstehen oder die Reaktion auf die Verabreichung eines neuen Wirkstoffs zu messen.


Fazit:

Translationale Medizin oder Forschung vereint also alle Maßnahmen, die dazu Beitragen im Labor gewonnene Erkenntnisse schneller in die Praxis zu übertragen, seien das diagnostische Tests oder neue Medikamente und Therapien. Wie immer wieder hervorgehoben wird, muss dafür die Kommunikation zwischen Forschern, Klinischer Forschung und Ärzten gefördert und koordiniert werden.


Zum Weiterlesen

Das BMBF fördert die translationale Medizin, wie beispielsweise durch Finanzierung eines Konsortiums für translationale Krebsforschung

Für zehn Jahre vom BMBF gefördert, bemühen sich die Koordinierungszentren für klinische Studien KKS translationale Forschung zu fördern


Fachzeitschriften zum Thema translationale Forschung:

Science Translational Medicine

Journal of Translational Medicine