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Translationale Forschung in Deutschland stärken

Laborgerät
Michal Jarmoluk auf Pixabay CC0

    DFG-Senatskommission veröffentlicht Empfehlungen zur Stärkung der Universitätsmedizin

    Zu den Kernaufgaben der Universitätsmedizin gehört die Translation, also die Überführung grundlagenwissenschaftlicher Forschungsergebnisse in neue präventive, diagnostische oder therapeutische Verfahren zur Anwendung am Menschen. Um dieser Aufgabe auch weiterhin gerecht werden zu können, muss sich die Universitätsmedizin strukturell, finanziell und strategisch weiterentwickeln. Die Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Empfehlungen erarbeitet, die dazu beitragen sollen, die translationale Forschung in der Universitätsmedizin zu stärken. Sie werden am 8. Oktober 2019 im Rahmen eines gemeinsam mit dem BIH Center for Regenerative Therapies (BCRT) veranstalteten Symposiums der Öffentlichkeit vorgestellt.

    „In der deutschen Universitätsmedizin sind die Voraussetzungen für erfolgreiche Translationsprozesse gegeben, da Grundlagenforschung, klinische Forschung und universitäre Krankenversorgung hier aufs Engste miteinander verzahnt sind, jedoch wird dieses Potenzial aktuell nicht ausgeschöpft“, sagt DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Britta Siegmund, die neue Vorsitzende der Kommission. Prof. Dr. Georg Duda vom Julius Wolff Institut der Charité, stellvertretender Sprecher des BCRT am BIH und Leiter der Arbeitsgruppe, die die Empfehlungen erarbeitet hat, ergänzt: „Die Rahmenbedingungen, unter denen translationale Forschung stattfindet, ändern sich aufgrund neuer technischer Möglichkeiten, eines sich wandelnden Rollenverständnisses der Akteure und neuer gesetzlicher Vorschriften kontinuierlich – die Empfehlungen der Senatskommission sollen einen Beitrag dazu leisten, die translationale Forschung in Deutschland nachhaltig zu stärken.“

    Die Stellungnahme der Senatskommission mit dem Titel „Empfehlungen zur Förderung translationaler Forschung in der Universitätsmedizin“ skizziert drei zentrale Handlungsfelder und berücksichtigt dabei die spezifische Situation und Bedarfe der Universitätsmedizin: Zunächst soll an den Medizinischen Fakultäten eine der Translation zugewandte Forschungskultur, ein Mindset für Translation, weiter gestärkt werden. Hierzu sollten Ausbildungsstrukturen ausgebaut und weiterentwickelt werden, damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler frühzeitig an translationale Forschung herangeführt und den damit verbundenen Ansprüchen gerecht werden können. Darüber hinaus wird empfohlen, die Infrastrukturen der Universitätsmedizin weiterzuentwickeln und sogenannte Translations-Hubs aufzubauen. Diese Translations-Hubs sollen komplementär zu bereits bestehenden Strukturen sein und etwa Infrastrukturen, qualifiziertes Personal und finanzielle Ressourcen bereitstellen, die allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der medizinischen Forschung zur Verfügung stehen. Zuletzt werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgerufen, von den bereits bestehenden Möglichkeiten zur Förderung translational orientierter Forschung durch die DFG weiterhin rege Gebrauch zu machen.

    Die Empfehlungen stellt die Senatskommission am 8. Oktober 2019 der Öffentlichkeit vor. Gemeinsam mit dem BIH Center for Regenerative Therapies (BCRT) veranstaltet sie dazu in Berlin das Symposium „Förderung translationaler Forschung in der Universitätsmedizin“. An der Veranstaltung nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Universitätsmedizin und der Medizinischen Fakultäten, außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, der Wissenschaftsorganisationen und Förderer, Fachgesellschaften sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den zuständigen Ministerien teil. Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Value of Translation – Translationale Inzentivierungen“ schließt die Veranstaltung ab.

    (Deutsche Forschungsgemeinschaft - DFG)


    Die Stellungnahme „Empfehlungen zur Förderung translationaler Forschung in der Universitätsmedizin“ ist zum Download verfügbar unter: