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LV Bayern: Botanische Bergtour zum Blumenberg Blaser (2441m)

Abb.1 Mücken-Ragwurz (Ophrys insectifera), Foto: Christof Thron
Abb.2 Edelweiß (Leontopodium alpinum), Foto: Christof Thron
Abb.3 Grasfrosch (Rana temporaria), Foto: Christof Thron
Abb.4 Türkenbundlilie (Lilium martagon), Foto: Christof Thron

Der Landesverband Bayern hat im Rahmen seines Fortbildungsprogramms eine botanische Bergwanderung über den Blaser (2241 m) in den Stubaier Alpen angeboten. Eine Bergtour mit viel Zeit zum Botanisieren und Fotografieren. Der Blaser ist als der Blumenberg Tirols bekannt. Er bietet einen herrlichen Ausblick in die Stubaier- und Tuxer Alpen sowie in die Brennerberge. Der Blaser liegt an der Übergangszone verschiedener geologischer Gesteinsschichten, was die Blumenvielfalt begründet.

Bei schönem Sommerwetter stieg die 6-köpfige Gruppe unter Leitung von Dr. Christof Thron von Trins im Gschnitztal am 06.07.19 los. Gleich auf den ersten 200 m zeigten sich die ersten Orchideen und Händelwurzen in der feuchten Wiese neben dem Weg. Bis zur Mittagspause führte der Weg steil bergauf durch schattigen Bergwald. Die fachkundigen Blicke der Teilnehmer entdeckten viele z.T. sehr seltene Arten wie Mücken-Ragwurz (Abb.1), Kugelorchis und Mondraute. Oberhalb der Waldgrenze erstrecken sich üppig blühende Bergwiesen mit weiteren vielen Orchideen, Kohlröschen, Glockenblumen und Arnika.

Der Blaser ist durch verschiedene Kalk- und sauer Silikatgesteine aufgebaut, die sich unterwegs immer wieder abwechseln. Dies begründet seinen großen Blumenreichtum. Die Zeit Anfang Juli war dieses Jahr gut gewählt, um den Blütenhöchststand mitzuerleben. Nach 7 Stunden Aufstieg mit Botanisieren erreichten wir die Blaserhütte (2176 m), umgeben von einem gelben Meer aus Wundklee mit herrlichen Berggipfeln ringsum. Mit Kaffee und Kuchen stärkten wir uns, um noch auf den nahen Blasergipfel zu steigen. Hier leuchteten uns Edelweiß  (Abb.2) und die Zwergorchis entgegen.

Am nächsten Morgen bestiegen wir mit leichtem Gepäck die Peilspitze (2393 m,). Auf dem Weg dorthin durchstreiften wir die windgefegten Heiden der Gemsheide und entdeckten die Kleine Simsenlilie in den Blumenwiesen, das behaarte Einblütige Berufkraut  und das fleischrote Ähren-Läusekraut. Das Wetter wurde etwas wechselhaft, vor größeren Regengüssen blieben wir aber verschont. Nach eine kleinen Zwischenstärkung und einem Schnäpschen, das der sehr gastfreundliche Hüttenwirt der Blaserhütte uns spendierte, stiegen wir auf einem urigen, grasbewachsenen Bergpfad hinab ins Tal. Am Ufer eines Bergbaches entdeckten wir einen Grasfrosch (Abb.3), viele Schmetterlinge und Vögel. Noch auf den letzten Metern vor dem Auto begegneten uns Türkenbundlilie (Abb.4), Brandknabenkraut und Knäul-Glockenblume.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Exkursion, auf der wir viele seltene Arten entdecken bei  einer üppigen Blütenpracht und entspannter, kollegialer Gruppenatmosphäre. Das Wissen aller ergänzte sich gegenseitig, so dass wir sehr viele Pflanzen und Tiere entdeckten. Bestimmt werden wir den Blumenberg Blasers wieder einmal besuchen.

Dr. Christof Thron/ LV Bayern im VBIO