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Ein Jahr Fridays For Future – Erste umfassende Studie veröffentlicht

Demonstartion Fridays for future Berlin
By FridaysForFuture Deutschland - 20190125 Fridays for Future Berlin, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=78205996

Der erste „Schulstreik für das Klima“ Greta Thunbergs vor dem schwedischen Parlament am Freitag, den 20. August 2018 markierte den Startpunkt für eine globale Kampagne, die ein Jahr später als Fridays For Future (FFF) Hunderttausende auf die Straße bringt. Zum Jahrestag haben die Forscher/innen des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung Moritz Sommer, Dieter Rucht, Sebastian Haunss und Sabrina Zajak heute die erste umfassende, deutschsprachige Studie zur Bewegung in Deutschland vorgelegt.

Laut der von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Otto Brenner Stiftung unterstützten Studie werden die FFF-Proteste vor allem von jungen, gut gebildeten Demonstrierenden und von Frauen getragen. Viele der Jugendlichen protestierten am 15. März zum ersten Mal. Sie wollen die Politik unter Druck setzen, klimapolitische Versprechen einzulösen und sind zugleich davon überzeugt, dass eine Veränderung der Lebensweise und des Konsums einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leistet. Die Demonstrierenden sind keineswegs hoffnungslos, sondern vielmehr handlungsbereit, politisiert und zuversichtlich, dass ihr Protest Veränderungen hervorrufen kann. Für die Mobilisierung waren persönliche Kontakte entscheidender als soziale Medien.

Grundlage der Studie sind Ergebnisse von Erhebungen in Berlin und Bremen am 15. März 2019 im Rahmen einer europaweiten Befragung der globalen Klimademonstrationen. Im europäischen Vergleich ist die Kampagne nach den Autor/innen sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung der Teilnehmer/innen als auch in der Einschätzung von Lösungswegen heterogener als das gemeinsame Leitmotiv vermuten lässt.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie zusammengefasst:

  • Die FFFProteste werden von jungen, gut gebildeten Menschen und überraschend stark von jungen Frauen getragen. Viele der demonstrierenden Jugendlichen, von denen sich die Mehrheit im linken Spektrum verortet, protestierten am 15. März zum ersten Mal.
  • Bei der Mobilisierung zum Protest waren direkte persönliche Kontakte mit Freund*innen und Bekannten noch wichtiger als digitale soziale Medien.
  • Die Demonstrierenden wollen die Politik unter Druck setzen, klimapolitische Versprechen einzulösen. Vor allem die jungen Demonstrierenden sind aber auch davon überzeugt, dass eine Veränderung der Lebensweise und des Konsums einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leistet.
  • Die Demonstrierenden sind keineswegs hoffnungslos, sondern vielmehr handlungsbereit, politisiert und zuversichtlich, dass ihr Protest Veränderungen hervorrufen kann.
  • Über die Hälfte der Schülerinnen geben an, dass Greta Thunberg ihr Interesse am Klimawandel verstärkt hat.
  • Im europäischen Vergleich ist die Kampagne sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung der Teilnehmer*innen als auch in der Einschätzung von Lösungswegen heterogener als der gemeinsame Rahmen vermuten lässt.

(Heinrich-Böll-Stiftung)


Die Studie "Fridays for Future. Profil, Entstehung und Perspektiven der Protestbewegung in Deutschland" von Moritz Sommer, Dieter Rucht, Sebastian Haunss und Sabrina Zajak ist abrufbar unter: