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Synthetische Biologie im SynBio World Café

Die Teilnehmer des SynBio World Cafés Foto GASB

Vertreter aus der akademischen Forschung und der Industrie diskutierten am 13. Mai über die Zukunft der Synthetischen Biologie in Deutschland. Gemeinsam organisierten die German Association for Synthetic Biology e.V. (GASB) und der LOEWE Schwerpunkt CompuGene das SynBio World Café im Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus in Darmstadt. Teilnehmer dieser Veranstaltung kamen aus wissenschaftlichen Institutionen, der Industrie, Startups und von Risikokapitalgebern.

„Die Synthetische Biologie ist eine sich entwickelnde und stetig wachsende Disziplin. Allerdings hat in Deutschland die SynBio Revolution noch nicht Fahrt aufgenommen“, sagt Max Mundt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der GASB und Organisator des SynBio World Cafés. „Derzeit profitiert diese Disziplin von technologischen Entwicklungen wie beispielsweise schnelle und günstige DNA-Synthese oder auch die Nutzung von CRISPR/Cas Systemen. Gerade in Deutschland gibt es allerdings kein starkes Netzwerk zwischen der akademischen Forschung und der Industrie, sodass Anwendungen und Produkte der Synthetischen Biologie nur langsam in Richtung Marktreife gebracht werden.“

Um diese Problematik zu adressieren haben die German Association for Synthetic Biology (GASB e.V.) und der LOEWE Schwerpunkt der TU Darmstadt, CompuGene, das SynBio World Café organisiert. Ziel der Veranstaltung war es, die offene Diskussion zwischen den Vertretern der akademischen Forschung und der Industrie voranzutreiben. Es folgte ein differenzierter Dialog über das Potential der Synthetischen Biologie und wie diese die Bioökonomie in Deutschland beflügeln könnte.

Als Einstimmung hielten Dr. Max Mundt (GASB), Prof. Heinz Köppl (CompuGene) und Dr. Jörg Mampel (BRAIN AG) Vorträge.

Die Teilnehmer konnten an fünf verschiedenen Schwerpunktthemen arbeiten: Materialien und Rohstoffe, moderiert von Prof. Takors von der Universität Stuttgart; Öffentliche Wahrnehmung, angeleitet durch Robert Giessmann von der GASB; Energie und Nachhaltigkeit, geleitet durch Prof. Kabisch; Gesundheitswesen und Biomedikamente, moderiert von Prof. Warzecha, und Nahrungsmittel und Landwirtschaft unter Gesprächsführung von Janine Gondolf.

In drei Diskussionsrunden konzentrierten sich die Teilnehmer auf ihr Thema, argumentierten und analysierten ihre Ideen, um ein vertieftes Verständnis zu erlangen. In der letzten Runde wurden die Ideen und Erkenntnisse gesammelt und in einem Aktionsplan formuliert.

Die Teilnehmer diskutierten über die biologische Speicherung und Nutzbarmachung von CO2 als auch über die Notwendigkeit einer Marktanalyse, damit die Biotreibstoffproduktion dem Markt entspricht. Auch ein verbessertes Verständnis zwischen der akademischen Forschung und der Industrie wurde als wünschenswert benannt. Gerade die Wichtigkeit von Erfolgsgeschichten der Synthetischen Biologie für die öffentliche Wahrnehmung wurde hervorgehoben. Auch im Bereich der Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft sollten Strategien zur Einbeziehung der Gesellschaft geplant werden. Im Bereich der Medizin und Pharmazie wird mit einer größeren Akzeptanz gerechnet, vor allem wenn regulatorische Hürden in Zukunft abgebaut werden.

Die formulierte Zusammenfassung der Diskussionsrunden sind das Ergebnis einer erfolgreichen und produktiven Tagung und können als Richtlinien für zukünftigen Entwicklungen in der Synthetischen Biologie dienen.

GASB


Die GASB ist Mitglied im VBIO www.synthetischebiologie.org