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Innovationspreis der Bioregionen: Auszeichnungen für Impfung gegen Zecken, neue Sepsis-Therapie und Legionellen-Kontrolle

Finalisten des Innovationspreises der Bioregion Deutschlands 2019 Andreas Grasser

Die drei Gewinner des Innovationspreises der Bioregionen Deutschlands 2019 stehen fest: Norden Vaccines der TU Braunschweig, alphaSEPT aus Garching und BlueLab Wasseranalysesysteme GmbH aus Tübingen konnten sich am 9. April im Finale bei den Deutschen Biotechnologietagen (DBT) 2019 in Würzburg durchsetzen. Zudem erhielt das Team von alphaSEPT den erstmals verliehenen Publikumspreis.

Erfinder und Erfinderinnen mit herausragenden, innovativen Ideen wurden bei der zwölften Vergabe des Innovationspreises der BioRegionen in Deutschland ausgezeichnet. Die Entscheidung fiel in diesem Jahr erstmals in einem interaktiven Format: Auf den Deutschen Biotechnologietagen 2019 in Würzburg präsentierten sechs Finalisten ihre Erfindungen der Jury und dem Publikum. Anschließend erfolgte die Verleihung der drei jeweils mit 2000 Euro dotierten Innovationspreise und des neuen Publikumspreises im Wert von 500 Euro.

„Wir waren als Jury beeindruckt, wie ausgereift die vorgestellten Projekte bereits in einem so frühen Stadium der Entwicklung sind und wie klar in den Pitch-Vorträgen bereits die nächsten Schritte bis zum Produkt gezeigt werden konnten. Der Innovationspreis der Bioregionen gibt diesen vielversprechenden Projekten eine Bühne und belegt zugleich das große Potential der Biotech-Branche in Deutschland“, fasste Hinrich Habeck, Sprecher des Arbeitskreises der Bioregionen in Deutschland die Veranstaltung zusammen.

Preise gehen in die Bioregionen in Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg

Sowohl das Publikum als auch die Jury überzeugen konnte das alphaSEPT-Team aus Garching mit ihrem Ansatz für ein „Immun-engineering in der Sepsistherapie“. Bei diesem neuen Konzept zur Sepsis-Behandlung soll einerseits die überschießende Immunreaktion zu Beginn eine Sepsis ausbalanciert werden und gleichzeitig im Anschluss die Immunkompetenz zu erhalten. Die Forscher haben dazu menschliches Interleukin an einer einzigen, also genau der richtigen, Aminosäure genetisch modifiziert. Die Jury des Arbeitskreises der BioRegionen hob in ihrer Bewertung insbesondere den hohen medizinischen Bedarf hervor und lobte das Projekt als ein Paradebeispiel für Biotechnologie.

Ebenfalls mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurde die „Impfung gegen Zeckenbisse“ des Norden Vaccines Teams der TU Braunschweig. Mit der neuartigen Impfung soll durch eine Immunreaktion des menschlichen Körpers verhindert werden, dass eine Zecke überhaupt wirkungsvoll Blut saugen und Krankheitserreger übertragen kann. Die Jury des Arbeitkreises der BioRegionen hob in seiner Bewertung hervor, dass die Impfung einen disruptiven, innovativen Ansatz darstellt, um Infektionskrankheiten zu begegnen.

Zudem wurde die „Automatisierte Legionellenuntersuchung von Trinkwasser“ des Startups BlueLab Wasseranalysesysteme GmbH aus Tübingen ausgezeichnet. Die Erfindung ist ein integriertes, automatisiertes Meßsystem, das Legionellen durch FITC-konjugierte Antikörper nachweisen kann. Das System kann Ort und Stelle im Leitungssystem verbleiben und digital in Auswertungssysteme integriert. Die Jury betonte, dass das Verfahren ein hohes Marktpotential aufweist und die bisherige Legionellen-Testung auf Agarplatten durch ein schnelles und spezifisches Verfahren ersetzen kann und hob die digitale Verknüpfung biotechnologischer Diagnostik positiv hervor.

Arbeitskreis der BioRegionen