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Tierexperimentelle Forschung - Forschung an und mit Tieren

Wir alle können "Biologie" am eigenen Leib erfahren: Jeder nimmt Nahrung auf, fühlt sich unwohl bei Krankheit – und besser bei Gesundung. Die meisten haben irgendwann mit Tieren zu tun, und alle haben wir ein eigenes Genom. Und weil uns die Themen der Biologie sozusagen körperlich betreffen, haben wir auch eine Meinung zu biologischen Themen. Niemand weiß besser, was gut für mich ist, als ich selbst - wir alle scheinen „Experten“ für die Fragen der Biologie zu sein. Das gilt auch und gerade für die Tierversuche

Können wir wirklich noch Experten sein?

Die rasante Entwicklungen in den Lebenswissenschaften haben die Grenzen der Natur immer weiter verschoben:

  • Entschlüsselung des Genoms und seine Veränderung
  • Stammzellforschung
  • Technik des Klonens
  • In vitro-Fertilisation
  • Transplantationsmedizin

In diesen Bereichen wurden oder werden teilweise Tierversuche eingesetzt. Die Entwicklung neuer Ansätze und Methoden hat dabei neue Gegebenheiten geschaffen, bei denen unsere bisherigen Normen und begrifflichen Einordnungen nicht mehr zwingend greifen. Während die Forschung voran schreitet, steigt neben der Unsicherheit, wie mit diesen neuen Bereichen umzugehen ist, auch die Angst vor einem ethischen und rechtlichen Vakuum. Jeder einzelne und auch unsere Gesellschaft als Ganze muss neu überlegen, wie sie oder er zu diesen neuen Bereichen von „Natur“ steht.

Allerdings: Wer z. B. Stammzellforschung oder auch die Notwendigkeit von Tierversuchen kompetent ethisch beurteilen will, muss nicht nur ein Experte auf dem Gebiet der ethischen Auseinandersetzung sein , sondern auch in der Lage sein, den zu bewertenden wissenschaftlichen Sachverhalt zu verstehen. Mit anderen Worten:

Da die wissenschaftlichen Sachverhalte immer komplexer werden, liegt die Verantwortung für ihre ethische Aufarbeitung schon aus der Sache heraus bei den Naturwissenschaftlern selbst.

Was diese Seite will...

Alle wollen mitreden – und alle reden mit. Vertreter aus Forschung, Politik und Gesellschaft stehen vor der Aufgabe, die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen ohne dabei den Weg der rationalen Debatte zu verlassen. Oft genug fühlen sich Wissenschaftler dabei als "Dr. Frankenstein" diffamiert, der nicht mehr Willens ist, sein Handeln zu verantworten (und dessen Arbeit entsprechend scharf von außen reglementiert werden muss).

Gerade die Debatte um tierexperimentelle Forschung ist geprägt von Fallbeispielen, die für oder gegen Tierversuche in Forschung und Unbedenklichkeitsprüfungen sprechen. Jeder kennt wohl die eindrücklichen Bilder von weißen Kaninchen mit stark gereizten Augen oder Affen, Hunden und Katzen in seltsamen Apparaturen. Leider gerät bei emotionalen Bildern und Argumenten die einzig zielführende rationale Diskussionskultur häufig aus dem Blick.

Diese Lücke versucht diese Seite zu füllen, indem sie die grundlegende Argumentationsstruktur der Tierschutzdebatte aufgezeigt. Statt die Argumente der einzelnen Parteien inhaltliche auszubreiten, widmet sich diese Seite den folgenden prinzipiellen Fragen:

     * Was ist „Freiheit der Wissenschaft“ und was heißt das in aller Konsequenz?↵
     * Grundlagenforschung: Muss und darf die Wissenschaft ausschließlich auf ein zum Wohle der Menschen (oder Tieres) direkt umsetzbares Ziel hinarbeiten?↵
     * Was heißt „ethisch nicht vertretbar“ / wer ist Subjekt der Moral?↵
     * Wie stellt sich die Rechtslage zum Thema Tierversuche in Deutschland, Europa↵
     * und international dar?↵

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application/pdf   Einwurf (53KB)
Dr. Heinz Brandstetter (Beiratsmitglied VBIO) über "gute" und "schlechte" Tiernutzung

 

 
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