Debatte

In der ethischen Debatte um das Klonen muss man verschiedene Themen unterscheiden.

1. Reproduktives Klonen des Menschen
2. Reproduktives Klonen beim Tier
3. Therapeutisches Klonen beim Menschen.

Allen drei Punkten ist zumindest die Problematik gemeinsam, dass Experimente an Embryonen vorgenommen werden, wobei sehr viele Embryonen absterben oder aber die heranwachsenden Organismen (bis jetzt nur im Falle der Tiere) körperliche Auffälligkeiten und Missbildungen aufweisen.
In diesem Zusammenhang drehen sich die Konflikte darum ob diese Experimente an menschlichen bzw. an tierischen Embryonen ethisch vertretbar sind. Ein zentraler Punkt hier ist die Frage, wann Leben beginnt.
Beim reproduktiven Klonen des Menschen kommt noch hinzu, ob es ethisch vertretbar wäre einen Klon eines anderen Menschen herzustellen, der, wesentlich jünger als der Klonelternteil, mit diesem Schicksal zu recht kommen müsste.

Argumente der Gegner
Experimente am (schutzlosen) menschlichen oder tierischen Leben sind unter keinen Umständen vertretbar.
Somatisches Klonen bedarf einer großen Menge an menschlichen Eizellen, die zu diesem Zweck gewonnen (im Falle des Menschen gespendet oder verkauft) werden müssten. Alternative, ethisch unbedenkliche Methoden sollen erforscht werden.

Argumente der Befürworter
Das frühe Embryonalstadium, bei dem der Embryo auch nicht eingenistet ist, kann noch nicht als Leben betrachtet werden.↵
Dem Schutz des Embryos steht beim therapeutischen Klonen das Wohl des schwerkranken Patienten gegenüber. Embryonale Stammzellen könnten vielen Menschen Leid ersparen und Leben retten.

Alternativen
Da die Herstellung embryonaler Stammzelllinien umstritten und beispielsweise in Deutschland verboten ist, gibt es auch alternative Ansätze, das therapeutische Potential von Stammzellen auf anderem Wege zu nutzen. Dazu gehört die Forschung an adulten Stammzellen und an induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS)

Adulte Stamzellen sind Stammzellen, die nach der Geburt im Körper vorhanden sind. Sie sind Vorläuferzellen, z.B. für verschieden Zellen des Blutes oder der Haut. Im Gegensatz zu pluripotenten Stammzellen sind diese adulten Stammzellen nicht so erneuerungsfähig und können sich nicht in so viele verschieden Zelltypen differenzieren.

induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) sind Stammzellen die durch die Re-Programmierung von ausdifferenzierten Körperzellen entstehen. Das erste Mal gelang es in 2006 Maus-Fibroblasten durch das Einschleusen von vier Genen mittels viraler Vektoren in iPS umzuwandeln. Die vier Gene werden auch nach einem der Autoren der Studie Yamamaka-Faktoren genannt. Mittlerweile ist es auch gelungen humane iPS herzustellen. Außerdem ist es möglich die Transformation in iPS auf verschiedenem Wege zu bewerkstelligen. So z.B. nicht mit allen vier Yamamaka-Faktoren, nur durch Proteine, ohne den Einsatz von Viren oder ganz ohne Yamamaka-Faktoren oder nur durch Viren.
Probleme, die sich beim Einsatz von iPS abzeichnen variieren je nach angewandter Methode, z.B. durch das Entstehen von Tumoren, eine erhöhte Apoptose-Rate oder frühzeitiges Altern der Zellen im Vergleich zu regulären embryonalen Stammzellen. Auch sind Unterschiede zu embryonalen Stammzellen in epigenetischen Mustern offensichtlich.

Hier gibt es Materialien zum Thema "Stammzellen"

Materialien für Schule und Unterricht
http://www.diskurslernen.de

Videos
http://www.stammzellen.nrw.de/de/ueber-stammzellen/videos.html
http://www.vimeo.com/stemcells

Eine verwandte politische und gesellschaftliche Diskussion hat sich zum Thema Klonfleisch entwickelt.
Mehr dazu finden Sie hier

 

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