Hintergrund/Basis

Dolly, das erste Tier, das erfolgreich durch Kernstransfer
geklont wurde steht heute im Museum

Man unterscheidet das reproduktive Klonen vom therapeutischen Klonen.
Beim reproduktiven Klonen ist das Ziel einen genetisch identischen Organismus zu erschaffen. Beim therapeutischen Klonen ist das Ziel, genetisch identische embryonale Stammzellen herzustellen, die in der Therapie von degenerativen Erkrankungen eingesetzt werden können.

Reproduktives Klonen

Die Firma Clonaid behauptete schon 2002 den ersten Menschen geklont zu haben. Die vermeintlichen menschlichen Klone wurden aber bis heute nicht präsentiert. Das reproduktive Klonen im Menschen hat im Moment etwas an Beachtung verloren.
Nicht jedoch das reproduktive Klonen von Tieren. Auf diesem Gebiet werden weltweit Anstrengungen unternommen. Viele Tierarten wurden schon erfolgreich kloniert, beispielsweise Hunde, Pferde, Katzen, Ziegen, natürlich Schafe, aber auch Rinder.

Der Zweck des Klonens von Tieren ist vielfältig. Manche möchten ihr geliebtes Haustier wieder zum Leben erwecken, andere den preisgekrönten Deckhengst oder Bullen vervielfältigen. Auch bietet das Klonen einen relativ praktikablen Ansatz, um transgene Nutztiere zu vermehren, die z.B. menschliche Gerinnungsfaktoren in der Milch produzieren. Da reproduktives Klonen immer noch relativ uneffizient ist, da viele Embryonen absterben, bzw. die geklonten Nachkommen oft gesundheitliche Probleme aufweisen, ist reproduktives Klonen allerdings keine wirtschaftliche Methode um Nutztiere im großen Maßstab zu reproduzieren.
Einen anschaulichen und ausführlichen Bericht zum Stand des Klonens bei unseren Nutztieren finden Sie auch in unserem Verbandorgan BiuZ

Therapeutisches Klonen

Die Idee des therapeutischen Klonens ist, pluripotente menschliche embryonale Stammzellen zu erschaffen (d.h. sie können sich in Zellen der drei Keimblätter entwickeln), die genetisch identisch zu dem Erbgut eines Patienten sind, um diese dann in der Therapie einzusetzen. Therapeutisches Klonen ist analog zum reproduktiven Klonen, mit dem Unterschied, dass der Embryo nicht zu einem ausdifferenzierten Organismus heranwächst, sondern in einem frühen Stadium der Entwicklung, die pluripotenten embryonalen Stammzellen extrahiert werden. Somit können embryonale Stammzellen gewonnen werden, die weitgehend genetisch identisch zum Patienten sind und somit keine oder geringe Abstoßungsreaktionen zu erwarten sind.

Einsatzmöglichkeiten des therapeutischen Klonens


Man verspricht sich durch embryonale Stammzellen Heilung für viele verschiedene Krankheiten, z. B. bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, Rückenmarksverletzungen, Krankheiten des Herzmuskels, Leukämien etc.. Auch wird daran gearbeitet die embryonalen Stammzellen so zu steuern, dass neue Gewebetypen, im Idealfall Organe, aus ihnen gezüchtet werden können.

Stand der Forschung bei humanen embryonalen Stammzellen aus somatischem Kerntransfer

Nachdem ein koreanischer Forscher namens Woo Suk Hwang im Jahre 2004 behauptet hatte, er hätte als erster erfolgreich menschliche Embryonen durch somatischen Kerntransfer hergestellt war die Aufregung groß. Es stellte sich allerdings bald heraus, dass die Ergebnisse auf einer Fälschung beruhten. 2008 veröffentlichte dann ein Forscherteam aus Kalifornien die erfolgreichen somatische Klonierung von zwei Embryonen. Die Embryonen wurden anschließen zerstört.

Abgesehen davon, dass das Klonen menschlicher Embryonen durch somatischen Kerntransfer methodisch noch nicht ausgereift ist, ergeben sich aus diesem Ansatz eine sehr große Fülle von ethischen Fragestellungen und Debatten (siehe Debatte). Die anhaltende Diskussion um die moralische Vertretbarkeit solcher Experimente an menschlichen Embryonen und das Verbot solcher Versuche in vielen Ländern (wie in Deutschland) hat die Suche nach alternativen Ansätzen befeuert (siehe Debatte)

 

 
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