Die zentrale Empfehlungen

1. Entwicklung von neuartigen Produkten und Produktionsverfahren und Erhöhung der Ressourceneffizienz der unterschiedlichen Wertschöpfungsketten

Die Züchtung von Pflanzen und Tieren mit höheren Erträge bzw. Leistungen und spezifischen Eigenschaften für Lebensmittel und als Energieträger ist Kern der ersten Empfehlung. Weiterhin muss die Nutzung von Biomasse optimiert werden, z.B. durch verbesserte Enzymsysteme zum Aufschluss von Biomasse. Die Wertschöpfungsketten bei der Verarbeitung und Verwertung von Biomasse müssen soweit verbessert werden, dass die Produktivität erhöht wird und gleichzeitig weniger Emissionen und Abfälle entstehen (Stichwort Bioraffinerien). Je höher die Effizienz der Wertschöpfung, desto geringer wird auch der Energieverbrauch in der Produktion und desto weniger die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen.

2. Sicherung der Welternährung, Förderung der Gesundheit und Wahrnehmung der globalen Verantwortung Deutschlands

Die Ernährung der Weltbevölkerung hängt von Effizienz und Nachhaltigkeit in der Ernährungswirtschaft ab und die Weltgesundheit steht in Beziehung zur Prozessierung und Produktqualität. Deshalb muss Ertrag und Qualität von Nutzpflanzen und Tieren erhöht werden. Da Deutschland große Verantwortung gegenüber Schwellen- und Entwicklungsländern hat, müssen standortbezogene Analysen im Kleinbauernsektor in Schwellen- und Entwicklungsländern angestellt und partnerschaftliche Strukturen mit Entwicklungsländern aufgebaut werden, um dauerhaft die Nahrungsgrundlagen zu sichern. Eine erhebliche Steigerung der Ernteerträge ist nötig, um Konkurrenz um Biomasse (Futtermittel, Nahrung, Energie, „Tank oder Teller“) zu balancieren. Deshalb sollten Anbau- und Erntemethoden, Tiergesundheit, Resistenzen, Nährstoffgehalt sowie Nährstoffaufnahme von Pflanzen verbessert werden.

3. Natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen

Um die Nahrungs- und Energieversorgung der Bevölkerung langfristig zu sicher ist ein besseres Verständnis von nachhaltiger Nutzung, inklusive der Ökosystemdienstleistungen nötig. Das heißt auch, dass Erkenntnisse schneller in die Praxis überführt werden müssen, z.B. das Wissen um Klimaveränderungen. Um die Nachhaltigkeit zu Steigern müssen die Bodeneigenschaften (Wasser- Nährstoffhaushalt) verbessert werden und neue Bodennutzkonzepte entwickelt werden. Ganz allgemein muss ein Bewertungssystem geschaffen werden, das es ermöglicht die Ökosystemdienstleistungen der Böden zu berechnen, z.B. die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermittel oder die Bereitstellung von sauberem Wasser. Wasser muss effizienter genutzt, Nährstoffe (Dünger) gezielter eingesetzt, die Stickstoffnutzung optimiert und Nährstoffen müssen recycelt werden. Die genetischen Ressourcen von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sollten bewahrt werden.

4. Aufstellung der Bioökonomie im System

Diese Empfehlung befasst sich mit der Umsetzung der Empfehlungen eins bis drei.
Vorhandene Strukturen und Rahmenbedingungen müssen verbessert unter Einbindung der Privatwirtschaft werden, da diese einen großen Teil der Forschung in diesem Gebiet leistet. Bildung von Innovationsallianzen zur Nutzung von Synergien im privaten und öffentlichen FuE Bereich wird empfohlen, ebenso wie eine bessere Vernetzung und Stärkung der Forschungsförderung. Disziplinübergreifende Ansätze sind wichtig um alle Potentiale auszuschöpfen. Der BioökonomieRat schlägt die Einrichtung eines ressortübergreifenden nationalen Forschungsprogramms Bioökonmie vor. Weiterhin sei Öffentlichkeitsarbeit nötig, um das Wissen um die Bioökonomie-Forschung, ihre Chancen für die Sicherung von Nachhaltigkeit, Innovation und Beschäftigung zu vermitteln. Eine „Nationale Plattform Bioökonomie“ zur Koordination der Aufgaben sollte eingerichtet werden.

 

 
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