IPBES - Globaler Wissenschaftsrat zu Themen der Biodiversität

Der VBIO zu IPBES

Der VBIO begrüßt die Entscheidung der internationalen Staatengemeinschaft, an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik eine zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (International Panel on Biodiversity and Ecosystem Service – IPBES) aufzubauen. Ein solches Gremium, das wissens-basierte Handlungsoptionen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität (einschließlich der Diversität von Nutzpflanzen und –tieren) ebenso wie für das das langfristige menschliche Wohlergehen und nachhaltige Entwicklung aufzeigt, ist dringend erforderlich.

Den Volltext der Position des VBIO (die von verschiedenen Mitgliedsgesellschaften wie DBG, DZG, DGPhytomedizin und GfBS explizit mitgetragen wird) finden Sie hier

Der IPBES

Die Staatengemeinschaft der Vereinten Nationen wollen einen internationalen Wissenschaftsrat zu Biodiversitätsfragen einrichten, die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services IPBES. Dessen Ziel ist es, das verfügbare Wissen zur biologischen Vielfalt und ihrer Erhaltung zu sammeln, aufzuarbeiten und den Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen.

Ein ähnliches, bereits seit 1988 existierendes Gremium ist der IPCC (Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen). Allerdings können die Strukturen des IPCC nicht einfach auf das Feld der Biodiversität übertragen werden, da dieses deutlich komplexer ist und mehr Einflussfaktoren wirken. Während der Klimawandel zwar durch lokale Emissionen entsteht, wirkt er auf globaler Ebene und kann auch so erfasst werden.
Auslöser des Biodiversitätsverlustes, wie der Landnutzungswandel oder die Übernutzung von Ressourcen wie Fischgründen, wirken lokaler, werden aber von globalen Prozessen in Wirtschaft und Politik gesteuert.

Leitprinzipien

• Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Institutionen
• Wissenschaftliche Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit
• Relevanz für politische Entscheidungen
• Glaubwürdigkeit durch die Verwendung des besten zur Verfügung stehenden Wissens und transparenter Methoden
• Legitimation durch breite Beteiligung
• Erarbeitung von Handlungsoptionen ohne ein bestimmtes Handeln vorzuschreiben
• Einbeziehung aller wissenschaftlichen Disziplinen, Wissensformen und Wissensträger
• Einbeziehung geschlechtsspezifischer Aspekte

Organisatorisches

IPBES wird mit anderen (UN-)Organisationen etwa CBD, UNCCD oder UNFCCC, aber auch mitwissenschaftlichen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen. IPBES soll bestehenden Strukturen nicht duplizieren, sondern ergänzen oder gegebenenfalls zusammenführen.

IPBES soll als unabhängige, zwischenstaatliche Körperschaft eingerichtet werden, die von „einer oder mehreren“ UN-Organisationen verwaltet wird.
Insbesondere kämen dafür UNEP, UNESCO, FAO oder UNDP in Frage.

IPBES soll über rein freiwillige Einzahlungen finanziert werden. Über die Mittelverwendung entscheidet das IPBES-Plenum, also die Vollversammlung aller teilnehmenden Staaten.

Weitere Informationen zum IPBES finden Sie bei den Kollegen von nefo:
Hintergrundinformationen
http://www.biodiversity.de/index.php/de/biodiversitaet/biodiversitaet-international/ipbes/1658-ipbeshintergrund

FAQs
http://www.biodiversity.de/images/stories/Veranstaltungen/faq_final.pdf

Aktuelle Entwicklungen
http://www.biodiversity.de/index.php/de/biodiversitaet/biodiversitaet-international/ipbes/1659-ipbesaktuelle-entwicklung

 

 
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