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Thema: Berufsbefähigung

Was kann ich - und was darf ich?
Biologie ist im Vergleich zu benachbarten, verkammerten Berufsfeldern wie Medizin, Pharmazie und Ingenieurwesen sehr vielfältig. Die berufliche Flexibilität hat Vorteile, aber auch Nachteile, denn in der Praxis werden zunehmend eindeutige Berufsprofile verlangt um z.B. bestimmte Tätigkeiten auszuüben. Entscheidende Stichworte sind hier die Fachkunde und die Sachkunde, deren Nachweis gerade von staatlicher Seite bei vielen Gelegenheiten gefordert werden.

Berufserfahrung

Ein weiterer, entscheidender Faktor ist die Berufserfahrung, die erst vor kurzem vom EuGH klar umrissen wurde.
Der EuGH nennt drei Voraussetzungen, die die Berufserfahrung erfüllen muss, um gemäß Art. 3 Abs. 1 lit.. b RL 89/48/EWG berücksichtigt werden zu können.
Erstens müsse die geltend gemachte Erfahrung in einer vollzeitlichen Arbeit von mindestens zwei Jahren in den vorhergehenden zehn Jahren bestehen.
Zweitens muss die Arbeit in der dauerhaften und regelmäßigen Ausübung einer Gesamtheit beruflicher Tätigkeiten bestanden haben, die den betreffenden Beruf im Herkunftsmitgliedstaat kennzeichnen.
Als dritte Voraussetzung nennt der EuGH die Gleichwertigkeit zwischen dem im Herkunftsstaat ausgeübten und dem im Aufnahmemitgliedstaat angestrebten Beruf.

Berufsausweise

Gerade die Gleichwertigkeit der Berufe steht immer mehr im Fokus. So wurde im Winter 2010/2011 eine öffentliche Konsultation zur Richtlinie über Berufsqualifikationen (2005/36/EG) und zu einem Europäischen Berufsausweis durchgeführt, die die Anerkennung von Beruflichen Abschlüssen in der EU regelt. In der EU-Kommission wird nun überlegt, die Biologen als "geregelten Beruf" zu verkammern. In diversen südlichen EU-Staaten gibt es bereits Biologen-Kammern. In Deutschland dagegen wird die Einführung eines Berufsausweises bislang nur von den Ingenieuren mit der "engineerING card" ernsthaft verfolgt.

Biowissenschaftliche Berufsfelder sichern

Um langfristig die Biologen beruflich richtig zu positionieren müssen zunächst, alle relevanten biologischen Berufsfelder definiert und kategorisiert werden. Dazu braucht der VBIO die Unterstützung nicht nur seiner Fachgesellschaften, sondern muss sich auch mit Partnerorganisationen in der EU (z.B. der ECBA) abstimmen.

Mit der gerade erst implementierten Klassifikation der Berufe durch die Bundesagentur für Arbeit ist ein erster Schritt in Richtung Kategorisierung gemacht. Jetzt muss festgelegt werden, welche Qualifikationen in den einzelnen Bereichen essentiell sind. Dies hat dann Auswirkungen auch auf die Gestaltung der Studiengänge.

Beim Thema Biologische Sicherheit hat die KBF in Zusammenarbeit mit dem VBIO bereits reagiert und empfiehlt mit Blick auf die Berufssbefähigung die Berücksichtigung entsprechender Inhalte in den Hochschul-Kurrikula.

Weitere Informationen finden Sie auch unter "Ausbildung & Karriere" oder direkt beim VBIO .

 

 
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