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Besonderheiten der Freiberuflichkeit

Grauzonen der Freiberuflichkeit

Freiberufler in der Biologie sind i. d. R. "niedergelassen" und freiberuflich selbständig. "Freie Mitarbeit", gerade bei Studenten oder Berufsanfängern kann freiberuflicher Natur sein, oder aber auch als gewerblich zu interpretieren sein. Letzteres insbesonders dann, wenn die eingangs genannten Kriterien der Definition nicht nachvollziehbar gewährleistet sind.
Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte entscheidet im Zweifelsfall in einem sogenannten Statusfeststellungsverfahren über die Einstufung als „Freier Mitarbeiter“ oder „Freiberufler“ und legt damit (meist nachträglich) die Sozialversicherungspflicht oder die diesbezügliche Befreiung fest.

Die klassischen freien Berufe sind lediglich einkommenssteuerpflichtig. Das Finanzamt entscheidet hier nach dem Charakter der konkret ausgeübten Tätigkeit, ob eine selbstständig ausgeübte Tätigkeit gewerblicher oder freiberuflicher Natur ist. Es wird hierbei streng geprüft und insbes. bei neu entstandenen, selbstständigen Berufen meist die Freiberuflichkeit angezweifelt, insbes. wenn die Tätigkeiten tendenziell eher gewerblich interpretiert werden. In diesem Fall ist dann Gewerbesteuer zu zahlen.

Privilegien der Freien Berufe

Die Freien Berufe haben das historische Recht zur Selbstverwaltung (öff. rechtl. Kammern; z.B. Ärztekammer) und damit auch, eigene “Standesregeln” aufzubauen. Sie haben ebenso das Recht, eigene monoprofessionelle Versorgungswerke (Krankenversicherung, Altersvorsorge, etc.) aufbauen.
In der Biologie gibt es in Deutschland allerdings mangels Masse bisher weder eine Kammer noch berufsspezifische Sozialverersorgungswerke.
Die Biologie ist somit ein sogenannter “Nichtverkammerter Freier Beruf”.

Angehörige der freien Berufe sind im Gegensatz zu Gewerbetreibenden bei der Wahl ihres Geschäftssitzes nicht an die Vorgaben und Zulässigkeiten eines Bebauungsplanes gebunden, sondern können sich nach § 13 Baunutzungsverordnung (BauNVO) in allen Gebietstypen - mit Ausnahme von Sondergebieten - niederlassen, solange sie nicht mehr als 50 % der Gebäudefläche beanspruchen.

Verwaltungsrechliche Besonderheiten der Freien Berufe

Es gibt innerhalb des staatlichen bzw. auch kommunalen Verwaltungen eigene wirtschaftspolitische Referate für die Freien Berufe. Die Angehörigen der Freien Berufe sind in Deutschland nicht den Industrie- und Handelskammern (IHK) oder gar den Handwerkskammern (HWK) zugeordnet, sondern haben eigene Organisationen (Verbände und Kammern).

Bei der Ausschreibung zur Vergabe von Leistungen sind die Angehörigen der Freien Berufe besonders zu berücksichtigen. Die Freien Berufe unterliegen z. T. einem besonderen Schutz, insbes. vor gewerblichen Mitbewerbern (siehe u. a. “bevorzugte Bieter” nach §1 VOL/A).

Zusammenschluss von Freiberuflern

Die klassische Zusammenarbeit von Freiberuflern erfolgt als Gesellschaft Bürgerlichen Rechtes (GBR) oder, nach neueren rechtlichen Möglichkeiten in besonderen Gesellschaftsformen, insbes. Nach dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz. Näheres siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Freiberuf#Zusammenschluss_von_Freiberuflern

 

 
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