News DetailansichtDeutscher Hochschulverband: Reformvorschläge vor Bologna II
Nach Auffassung des DHV sollen mehr Studienfreiräume durch weniger Prüfungen, großzügigere Module, Beschränkung der Curricula und eine Ausweitung der Wahlpflichtfächer entstehen. Da künftigen Führungspersönlichkeiten ethische Grundlagen vermittelt werden müssten, sollten die Fächer Wissenschaftsgeschichte und Ethik an allen deutschen Universitäten Teil des Pflichtlehrangebots werden.
Zudem drängt der DHV auf eine Flexibilisierung der Studienzeiten. „Ausschließlich nach Fach- und Qualitätsgesichtspunkten ist zu entscheiden, ob ein Bachelor-Studium sechs, sieben oder acht Semester dauern soll. Nicht jedes Fach – insbesondere wenn es zu einem berufsbefähigenden Abschluss führen soll – lässt sich in ein sechssemestriges Zeitkorsett pressen“, betonte Kempen. Da eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung ausschließlich im Rahmen eines Master-Studiums gewährleistet werden könne, müsse statt eines Drittels künftig jeder Studierende mit einem Master abschließen können und dürfen. „Ein solcher Schritt entspricht nicht nur dem Willen der Studierenden, sondern trägt dem Gedanken Rechnung, dass das Kapital moderner Dienstleistungs- und Wissensgesellschaften in einer wissenschaftlich fundierten, hochwertigen Bildung und Ausbildung liegt“, so Kempen. Dazu müsse die Bologna-Reform aber endlich ausfinanziert werden. Laut Berechnungen der Hochschulrektorenkonferenz fehlten den Hochschulen trotz der beiden Hochschulpakte jährlich weiterhin drei Milliarden Euro. Zu mehr Mobilität können laut DHV studienverlängernde Mobilitätsfenster sowie Mobilitätsverbünde führen. Um das zu befördern, sollten Bund und Länder diejenigen Hochschulen prämieren, die Curricula aufeinander abstimmten oder gemeinsame Übergangs- und Schnittstellen bei gegenseitiger Anerkennung der erbrachten Studienleistungen vertraglich vereinbarten. An der weltweit anerkannten Marke „Dipl.-Ing.“ will der DHV festhalten. „Von einer weiteren Einführung gestufter Studienmodelle in den noch nicht umgestellten Fächern ist abzusehen, bis der Nachweis erbracht ist, dass die neuen Studiengänge den herkömmlichen Studiengängen überlegen sind“, ergänzte Kempen. DHV
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